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Im Untergrund herrscht Chaos! - Rapport der Eidgenössischen Geologischen Fachkommission EGK

Die Eidgenössische Geologische Fachkommission EGK stellt in ihrem Rapport an den Bundesrat fest, dass die Nutzung des Untergrundes dringend einer Koordination und Planung bedarf.

11.03.2009 | swisstopo KMK

Mit der zunehmenden Verstädterung, mit den wachsenden Naturgefahren und Immissionen wie Lärm und Schadstoffen sowie mit der angestrebten Erhaltung von Landwirtschaftsland und wertvollen Biotopen nimmt der Anspruch auf die Nutzung des Untergrundes in der Schweiz stetig zu. Dies führt zu gegenseitigen Beeinflussungen bzw. Gefährdungen. Die mangelnde Koordination, die wir an der Oberfläche feststellen, muss im Untergrund rechtzeitig vermieden werden, denn weitere Raumreserven stehen uns nicht mehr zur Verfügung.

Der Untergrund dient uns in doppelter Hinsicht: Erstens nutzen wir den Untergrund als Raum, d.h. wir «versorgen» Infrastrukturbauten für Verkehr, Energie, Wasser und Entsorgung in die Tiefe. Zweitens nutzen wir die Ressourcen, welche uns der Untergrund zu bieten hat (Grundwasser, Erdwärme, mineralische Rohstoffe wie Kies und Kohlenwasserstoffe etc.).

Diese Raum- und Ressourcennutzungen können übereinander gestapelt an beinahe beliebigen Orten in beinahe beliebigen Kombinationen vorkommen. Daraus können sich gegenseitige Beeinflussungen bzw. Gefährdungen ergeben. Als Beispiel sei das Auslösen von Erdbeben, der sogenannten induzierten Seismizität, im Rahmen des Geothermie-Projektes in Basel aufgeführt. Da die einheitlichen Vorschriften zur Koordination der Nutzung des Untergrundes auf Bundesebene fehlen, ist das Konfliktpotential vorprogrammiert.

Was fehlt? Es ist eine weitsichtige, drei-dimensionale Planung der Nutzung des Untergrundes durchzuführen, d.h. die heutige Flächenplanung muss dringend um die Dimension «Tiefe» erweitert werden. Als Grundlage für diese Planung sind Nutzungskriterien und Prioritäten festzulegen. Dabei sind neben den fachlichen Aspekten auch die Ver- und Entsorgungssicherheit, das Gewohnheitsrecht und das Eigentum sowie volkswirtschaftliche, umweltpolitische und finanzielle Aspekte zu berücksichtigen.

Die Eidgenössische Geologische Fachkommission hat den dringenden Handlungsbedarf erkannt und wird die Koordination der Nutzung des Untergrundes prioritär weiter bearbeiten. Das Ziel ist es, die Raumplanung der Schweiz den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen anzupassen. Eine Erweiterung der Raumplanung in die dritte Dimension hätte eine geänderte Raumplanungspraxis zur Folge und ist deshalb von weit reichender Bedeutung.

 

Adresse für Rückfragen:
Marianne Niggli, Präsidentin der EGK
E-Mail: m.niggli@mbn.ch
Tel.: 056/222 09 45

Tags: Geologie
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