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Bundesamt für Landestopografie swisstopo

Zeitreihen

Als Zeitreihe wird eine zeitlich geordnete Abfolge von Geobasisdatenständen bezeichnet.

Zeitreihen

Im Verständnis von swisstopo sind Zeitreihen ein zusätzlicher Aspekt zu den aktuellen Produkten, der sich aus der Tatsache ergibt, dass das Bundesamt nun seit über 170 Jahren in zeitlich variierenden Abständen Geodaten über die gleichen Gebiete produziert. Zeitreihen sind demnach eine Folge der Historisierung, d.h. der Sicherung und langfristigen Aufbewahrung aller alten Zeitstände von Karten und Geodaten. swisstopo hat bisher keine Geodaten gelöscht oder überschrieben, was nun im Nachhinein erlaubt, Zeitreihen zur Verfügung zu stellen.

Nach bisheriger Praxis wurden alle von swisstopo produzierten Kartenstände in der Kartensammlung dokumentiert. Nach dem in den 1960er Jahren festgelegten Nachführungszyklus wird jedes Blatt des Landeskartenwerks im Durchschnitt alle sechs Jahre nachgeführt. Für die älteren Kartenwerke kann noch nicht von einem bewusst definierten Zyklus gesprochen werden, weil die Nachführung unregelmässig, von zeitweiligen Bedürfnissen und Möglichkeiten bestimmt wurde. Luftbilder weisen hinsichtlich Periodizität ähnliche Eigenschaften auf wie die Landeskarten, für deren Nachführung sie aufgenommen wurden, wobei man bei Luftbildern selbst nicht von Nachführung sprechen kann.

Voraussetzung für die Bildung von Zeitreihen ist allerdings, dass die Geobasisdatenstände den gleichen Charakter (z.B. gleicher Massstab, gleicher Perimeter, gleicher Datentyp) aufweisen müssen, wenn sie als Zeitreihe betrachtet werden. Es macht somit wenig Sinn, innerhalb einer Zeitreihe beispielsweise vom Datentyp Karte auf den Datentyp Orthofoto zu wechseln.

Die Landeskartenwerke und ihre Grundlagen wurden im Hinblick auf die Erfassung des aktuellen Landschaftszustands nach den jeweils gültigen Regeln angelegt. Die Dokumentation des Landschaftswandels in Form von Zeitreihen war somit nicht Hauptziel, sondern ergibt sich quasi als logische Folge aus der langjährigen Produktionszeit von swisstopo. Aus dieser Optik ergeben sich einige Einschränkungen bei der Verwendung von swisstopo-Geodaten bei Zeitreihen, die in erster Linie die Landeskartenwerke betreffen. Bei kritischen Fällen empfiehlt es sich daher, zusätzliche Quellen wie Grundlagen (Luftbilder, Feldkartons, Auswertefolien), andere Fotos oder Gewährspersonen beizuziehen, um nicht zu falschen Schlüssen zu gelangen.
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Unvollständige Nachführung
Bei einzelnen Landschaftsobjekten wie Gletscher und Wald ist bei einer reinen Datierung anhand des Nachführungsstandes im Landeskartenwerk Vorsicht geboten, denn aus Kapazitätsgründen konnten solche Objektbereiche in gewissen Zeitabschnitten nicht mit der eigentlich erforderlichen Sorgfalt nachgeführt werden.

Veränderte Richtlinien
Ferner muss beachtet werden, dass aufgrund veränderter Richtlinien für die kartografische Darstellung gewisse Objekte ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr im Kartenbild erscheinen, ohne dass sich in der Realität Veränderungen ergeben hätten. Ein Beispiel für veränderte Richtlinien (Eisenbahndamm zwischen Sissach und Böckten) ist in der folgenden Abbildung dokumentiert: Ab der Ausgabe 2000 wurde der ca. 5-6 m hohe Eisenbahndamm zwischen Sissach und Böckten aufgrund veränderter Darstellungsrichtlinien der Kartografie nicht mehr dargestellt.

 

LK25, Blatt 1068, Erstausgabe 1955 (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

LK25, Blatt 1068, Erstausgabe 1955

 

LK25, Blatt 1068, aktuelle Ausgabe 2006 (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

LK25, Blatt 1068, aktuelle Ausgabe 2006

 

Subjektivität beim Kartenherstellungsprozess
Objektivität lässt sich bei aller Sorgfalt bei menschlichen Tätigkeiten nie vollständig erreichen. Immer müssen Topografen auf dem Feld oder Operateure im Büro in ihrer aktuellen Situation Entscheide fällen, die bei einer späteren retrospektiven Betrachtungsweise nicht mehr so gefällt würden bzw. die für eine (künftige) spezifische Fragestellung nicht optimal ist. Ein auf den ersten Blick unscheinbares, aber symptomatisches Beispiel dafür ist das Brunnmattbächli bei Sissach, das zwischen der Erstausgabe der LK25 und der Gesamtnachführung 1994 nicht dargestellt wurde, obwohl es nie eingedohlt war.

 

Zeitreihe (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

Letztausgabe TA25         Erstausgabe LK25          Gesamtnachführung         Gesamtnachführung
Blatt 30 Liestal                   Blatt 1068 Sissach         LK25 Blatt 1068                 LK25 Blatt 1068

1940                                     1955                                   1988                                   1994

 

Keine direkte Vergleichsmöglichkeit wegen verschiedener Geometrien
Luftbilder sind Zentralprojektionen und geben daher die Landschaft verzerrt wieder. Streng genommen bilden daher die Luftbilder wegen der verschiedenen Geometrien keine eigentlichen Zeitreihen. Für viele Nutzer bildet aber dieser Umstand kein Hindernis, weil sie sich mit bildhaften Vergleichen zufrieden geben, bei denen geometrische Aspekte vernachlässigt werden können. Sobald aber direkte Bildüberlagerungen (beispielsweise in einem GIS) gemacht werden, wird die Geometrie entscheidend.

Keine Zeitreihen verfügbar
Es gibt auch Grundlage-Geobasisdatenbestände von swisstopo ohne Zeitreihen. Dazu gehören die terrestrischen Aufnahmen, welche zwischen 1915 und 1947 bei der Erstellung der Landeskarte 1:50’000 und der Festungskarten 1:100’000 eingesetzt wurden und anschliessend bei deren Nachführung durch die Luftbilder abgelöst wurden. Auch Seetiefenlotungen und v.a. die geologischen Karten sowie einige thematische Karten weisen keine Zeitreihen auf

 

Für Bemerkungen zu dieser Seite: Topografie
Zuletzt aktualisiert am: 29.12.2010

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CH-3084 Wabern

Tel. +41 31 963 21 11
Fax +41 31 963 24 59

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