Symbolik der Karte im Parlamentsgebäude
Das Parlamentsgebäude, 1894–1902 vom St. Galler Architekt Hans Wilhelm Auer realisiert, wurde von Schweizer Handwerkern mit Schweizer Materialien erbaut und von Schweizer Künstlern ausgeschmückt. Es gilt als eines der wichtigsten Symbole der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ist für jeden Schweizer Bürger der Inbegriff des politischen Lebens der Schweiz.
Im Besuchereingang, welcher 2006–2008 von den Berner Architekten Aebi & Vincent erstellt wurde, fügt sich die Topographische Karte der Schweiz, auch Dufourkarte genannt, nahtlos in die Thematik der Schweizer Wahrzeichen ein.
Entsprechend der Gründungsszene von 1291 gegenüber dem Haupteingang, ist die ist die Topographische Karte der Schweiz Sinnbild für die Neugründung des schweizerischen Bundesstaates von 1848. Die Gruppe des Rütlischwurs und die Karte symbolisieren so die Geschichte der Schweiz von den Anfängen bis in die Neuzeit.
Die Karte zeigt alle Landschaften der Schweiz und gleichzeitig die gültigen Grenzen zu den benachbarten Ländern. Sie weist auf die politische Struktur der Eidgenossenschaft hin, welche aus Kantonen bestehend, deren vom Volk gewählte Vertreter in diesem Gebäude das Land regieren.
Ferner steht die Topographische Karte der Schweiz auch für übertragene Werte wie Genauigkeit, Präzision und Pionierleistungen der Schweiz und im weiteren Sinne auch für Tradition, Integration und Zusammenleben in der Viersprachigkeit.
Bedeutung für die Schweiz
Bei einer Würdigung der Topographischen Karte der Schweiz 1:100 000 aus heutiger Sicht denken wir zunächst an ein Kartenbild, welches den bis heute anhaltenden Weltruf der schweizerischen Kartografie begründet hat. Die Karte verkörpert gleichzeitig auch eine grandiose kulturgeschichtliche und politische Leistung, indem es zum ersten Mal die föderalistische Zusammenarbeit der verschiedenen Kantone in einer landesweit einheitlichen Form repräsentiert. Damit wird sie zu einem Symbol für die Entstehung des modernen schweizerischen Nationalstaats, der 1848 begründet wurde.
Das 1838 gegründete Eidgenössische Topographische Bureau bildete eine der ersten Zellen des neuen Bundesstaates. Selbst wenn Landkarten durch aktuellere Ausgaben oder gar neue Kartenwerke ersetzt werden, verlieren sie ihren Wert nicht, denn sie vermögen uns Bilder vergangener Landschaftszustände zu vermitteln. Sie werden so zu wichtigen Quellen der Landschaftsgeschichte. Mit der Möglichkeit, Kartenwerke zu vergleichen, kann man sich ein Bild von den Landschaftsveränderungen der letzten 150 Jahre machen.

