Die Dokumentation der Landesgrenze, einschliesslich der Verwaltung und Archivierung der Originaldaten, gehört ebenfalls zum Prozess «Geodätische Fixpunkte» und fällt in den Aufgabenbereich von swisstopo.
Das Ziel besteht darin, mit Hilfe eines gut konzipierten Modells eindeutige Daten bereit zu stellen und die Dokumentation deutlich zu verbessern. Schliesslich muss sich der Verlauf der Landesgrenze im amtlichen Bezugsrahmen der Schweiz (LV03 oder LV95), im europäischen Bezugsrahmen ETRF93 und in dem im jeweiligen Nachbarland geltenden Bezugsrahmen eindeutig beschreiben lassen. Die Koordinaten der Grenzsteine sind hiervon ebenso betroffen wie die Beschreibung der Grenzlinien (Beispiel: Wasserscheide, Flussmitte usw.).
Für die moderne Kartografie und Vermessung werden die Daten in Geoinformations-/Landinformationssystemen (GIS/LIS) verwaltet. Für diese Informationssysteme werden georeferenzierte digitale Daten benötigt. Die Beschreibungen in Textform müssen durch Koordinaten ersetzt werden.
Da die Nachbarländer ebenso auf georeferenzierte Daten angewiesen sind, dient die Grenze als Gebietsabgrenzung für die verschiedenen Produkte (GIS/LIS, Amtliche Vermessung usw.), und es ist unerlässlich, dass für diese Gebietsabgrenzung eine zwischen beiden Staaten identische geometrische Definition vorliegt.
Im Rahmen der Europäischen Union wird gegenwärtig unter der Schirmherrschaft von Eurogeographics an einem umfangreichen Projekt zur Harmonisierung und Modernisierung der Daten aller Landesgrenzen gearbeitet: State Boundaries of Europe . Die Schweiz beteiligt sich seit 2005 aktiv an diesem Projekt, dessen Ziel darin besteht, alle georeferenzierten Daten in einem europäischen GIS zu verwalten.

