Die Wasserscheidelinien in Höhenlagen über 3.500 m, die sich über niemals abtauende Schneefelder und Gletscher erstreckenden, haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte verschoben, was zum Teil dem Abschmelzen der Gletscher zuzuschreiben ist. Die nachstehende topografische Karte und das Luftbild zeigen die Grenze zwischen der Schweiz und Italien am Furggsattel in Zermatt: Die Kreuze zeigen den Verlauf im Jahr 1940. Der neue Verlauf ist in rot eingetragen.
Die folgende schematische Darstellung illustriert klar den Einfluss des Abschmelzens der Gletscher auf den Grenzverlauf in der Region Zermatt. Von 1940 bis 2000 hat sich die Höhe des Gletschers verringert und die Wasserscheide verläuft nun auf dem Fels. Der Rückgang bewirkt eine Grenzverlagerung von 100 bis 150 m.
Von den Wasserscheidelinien zwischen Italien und der Schweiz (Gesamtlänge 578 km) verlaufen nur etwa 40 km über Schneefelder oder Gletscher. Entlang der anderen alpinen Grenzen mit Frankreich und Österreich gibt es keine Schneefelder oder Gletscher, bei denen mit Lageveränderungen zu rechnen ist. Dort verläuft die Grenze über ihre gesamte Länge auf festem Boden.
Aus Sicht des Geometers stehen diese Lageveränderungen im Zusammenhang mit einem Naturphänomen. Dies müssen wir berücksichtigen, um eine korrekte Nachführung unserer vermessungstechnischen, topografischen und kartografischen Produkte zu gewährleisten. Selbstverständlich kann nicht alle 2 oder 3 Jahre eine Neuaufnahme vorgenommen werden, eine erneute Nachführung erfolgt nur bei Bedarf.




