LV95
Neue Landesvermessung LV95
Seit ca. 1985 verfolgt das Bundesamt für Landestopografie ein neues Konzept für eine zeitgerechte Landesvermessung. Sie soll allmählich die über 100-jährige Landestriangulation (LV03) und das Landesnivellement (LN02) ablösen (s. Projekt «Überführung AV in LV95»). Der Fundamentalpunkt dieses neuen Fixpunktnetzes ist die Geostation Zimmerwald bei Bern.
Die neue Landesvermessung bezieht sich dabei auf zwei neue Bezugssysteme:
CHTRS95
Das global gelagerte System CHTRS95 ist optimal mit dem internationalen und dem europäischen Bezugssystem verbunden. Es enthält ein kinematisches Modell und eignet sich für wissenschaftliche Zwecke und anspruchsvolle Ingenieurprojekte.
CH1903+
Das lokal gelagerte Bezugssystem CH1903+ ist statisch und stellt der amtlichen Vermessung einen optimalen Bezugsrahmen zur Verfügung. Dank Anschlussmessungen an die Punkte der alten Landesvermessung LV03 können die Daten vom heutigen, noch offiziellen Bezugssystem CH1903 übernommen und in das neue System CH1903+ transformiert werden.
Das ab 1988 in Teilnetzen neu aufgebaute Grundlagennetz wurde mit der Messmethode GPS hochgenau bestimmt und sollte in den nächsten Jahren praktisch allen Bedürfnissen der Vermessung genügen. Es besteht aus ca. 210 sorgfältig ausgewählten geodätischen Punkten. Die "absolute" Genauigkeit der Koordinaten liegt landesweit bei 0.5 bis 1cm für die Lage bzw. bei 2 bis 3cm für die ellipsoidische Höhe. (Koordinatenbezeichnung: E=2 600 000 m / N=1 200 000 m).
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Geodäsie