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Veröffentlicht am 1. Januar 1987

AMP - GB-1: Sondierbohrung Böttstein, Geologie

Die Sondierbohrung Böttstein (Kt. Aargau), durchgeführt zwischen Oktober 1982 und Juni 1983, war die erste Tiefbohrung im Rahmen des Nagra-Programms zur Untersuchung der Endlagerung radioaktiver Abfälle.

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GB-1: Sondierbohrung Böttstein, Geologie
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Abstract

Geologische Berichte - GB1
Die Sondierbohrung Böttstein (Kt. Aargau), durchgeführt zwischen Oktober 1982 und Juni 1983, war die erste Tiefbohrung im Rahmen des Nagra-Programms zur Untersuchung der Endlagerung radioaktiver Abfälle. Mit einer Endteufe von 1501 m durchteufte sie rund 300 m mesozoische Sedimente (u. a. Keuper, Muschelkalk, Buntsandstein) und erreichte ab 315 m das kristalline Grundgebirge, bestehend aus einem porphyrischen Biotitgranit variszischen Alters. Dieser zeigt intensive spröde Deformation, zahlreiche Ganggesteine sowie hydrothermale Umwandlungen (Tonminerale, Quarz, Calcit, Hämatit), die seine mineralogischen und petrophysikalischen Eigenschaften stark variieren lassen.

Im Kristallin wurden Klüfte und Störungszonen detailliert untersucht; die meisten sind mineralisch verfüllt, während Wasserführung nur in wenigen offenen Zonen nachgewiesen wurde. Untersuchungen umfassten Stratigraphie, Sedimentologie, Petrographie, Geochemie, Isotopenanalysen, Porosität, Permeabilität und Wärmeleitfähigkeit. Die Ergebnisse erlauben eine Rekonstruktion der geologischen Entwicklung sowie eine Charakterisierung der Wasserflusssysteme im Sediment und im Kristallin. Damit liefert die Bohrung Böttstein grundlegende Daten zur Beurteilung des geologischen Untergrunds der Nordschweiz im Hinblick auf die sichere Lagerung radioaktiver Abfälle.

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