Rapid Mapping ist eine Dienstleistung des Bundes zur zeitgerechten Erhebung und Bereitstellung von Geodaten (z. B. Luft- oder Satellitenbilder) für die Ereignisbewältigung und –dokumentation im Fall von Naturereignissen. Die zuständigen Stellen auf allen föderalen Stufen (Bund, Kantone, Gemeinden) werden bei der Beurteilung und Dokumentation der Auswirkungen von Naturereignissen aktiv unterstützt.
Printscreen Geodatenportal des Bundes zum Ereignis Misox 2024: Vergleich vor und nach dem Ereignis
Rapid Mapping erhebt und stellt Geodaten im Fall von folgenden Naturereignissen bereit:
Überschwemmung / Übermurung
Rutschung
Berg-/ Felssturz
Gletscherabbruch
Lawine
Sturm
Waldbrand
Trockenheit
Erdbeben
Die Daten dienen der Ereignisdokumentation und in gewissen Fällen auch der Ereignisbewältigung.
Zusammenarbeit zwischen den Behörden
Bei grossflächigen oder national bedeutenden Ereignissen koordiniert das Bundesamt für Umwelt BAFU gemeinsam mit der Nationalen Alarmzentrale NAZ die Bedürfnisse von Bundesämtern und kantonalen Fachstellen sowie möglichen weiteren Akteuren. Das BAFU entscheidet, ob aufgrund der vorliegenden Anfragen ein Rapid-Mapping-Einsatz ausgelöst wird oder nicht. Ist dies der Fall, erteilt das BAFU einen Auftrag an das Bundesamt für Landestopografie swisstopo zur Beschaffung der Daten.
swisstopo beschafft die erforderlichen Bilddaten und stellt die verarbeiteten Daten als Rapid-Mapping-Produkte zur Verfügung. Nebst neu erfasster Daten (post‐disaster) werden als Grundlage und für Vergleichszwecke die vorliegenden und laufend nachgeführten Geobasisdaten von swisstopo (pre‐disaster) angeboten. Ausführliche Informationen zur Dienstleistung finden sich im untenstehend verlinkten «Faktenblatt Rapid Mapping».
Rapid-Mapping-Produkte und Datenbezug
Im Rahmen von Rapid Mapping werden Einzelbilder und Orthofotos in der jeweils benötigten Qualität produziert. Zeitrahmen und Wetter können die Qualität der Bilder zusätzlich beeinflussen. Die Rapid-Mapping-Produkte können auf map.geo.admin.ch frei eingesehen werden.
Produkte
Rapid Mapping bietet eine Palette an sogenannten Basisprodukten an. Diese umfasst digitale Bilddaten verschiedener Aufnahmeplattformen (z. B. Satelliten, Flugzeuge oder Helikopter) und Sensoren, deren Wahl je nach Fragestellung und Verfügbarkeit erfolgt. Folgende Basisprodukte sind definiert:
Einzelbilder (schräg oder senkrecht): schnell verfügbar, minimale Geolokalisierung. Fokus: Überblickgewinnung
Quick-Orthofoto: schnell verfügbar; Einbussen bei Lagegenauigkeit und Ästhetik. Fokus: Ereignisbewältigung
Je nach Bedürfnissen können sämtliche Basisprodukte oder nur einzelne angefragt werden.
Das untenstehend verlinkte Dokument «Rapid Mapping Produkte swisstopo» beschreibt die Produkte ausführlich.
Wie überall, wo Bilderfassung aus der Luft oder dem All betrieben wird, gibt es einschränkende Faktoren, welche eine zugesicherte Garantie an Rapid-Mapping-Produkten innerhalb einer bestimmten Frist verunmöglichen. Dies sind z.B. die Wetterverhältnisse aber auch ganz allgemein die Verfügbarkeit von bestimmten Mitteln zum Ereigniszeitpunkt. Alle Beteiligten setzen in jedem Fall alles daran, dass die benötigten Produkte rechtzeitig zur Verfügung stehen.
Datenbezug
Der Bezug der Rapid-Mapping-Produkte erfolgt über die Bundes-Geodaten-Infrastruktur (BGDI). Die Produkte sind auf map.geo.admin.ch frei sichtbar (Pre- und Post-Disaster) und ermöglichen dadurch auch ungeübten Geodatennutzern das einfache Darstellen und Vergleichen des Zustandes vor und nach dem Ereignis.
Der Bezug der Rapid-Mapping-Produkte erfolgt über die collection «ch.swisstopo.spezialbefliegungen», items mit prefix ram- in der STAC Schnittstelle der BGDI:
Datensätze mit vielen Dateien: Für Einzelbilder und weitere grosse Datensätze steht eine CSV-Datei mit den Downloadlinks aller Dateien zur Verfügung. Bitte laden Sie die Daten gemäss der Anleitung im Abschnitt «Bezug von grossen Datensätzen mit räumlicher Unterteilung» herunter.
Dateien über 50 GB: Dateien, die grösser als 50 GB sind, können nicht mit einem gewöhnlichen Download über den Browser bezogen werden. Bitte laden Sie diese Dateien gemäss der Anleitung «Downloading Large Assets (> 50 GB)» (Englisch) herunter.
Lizenzen
Die Nutzungsbedingungen erlauben eine freie Nutzung für alle Zwecke und verpflichten die Nutzenden zur Quellenangabe «Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU und Bundesamt für Landestopografie swisstopo» oder «Quelle: BAFU, swisstopo»
Rapid Mapping beantragen
Rapid Mapping ist eine Dienstleistung für die Naturgefahrenfachstellen und die Führungsorgane von Bund und Kantonen. Anfragen für Rapid Mapping werden durch die kantonalen Naturgefahrenfachstellen gesammelt und an das Bundesamt für Umwelt BAFU weitergeleitet.
Bedarfsmeldung für Rapid Mapping BAFU: SPOC (Pikett-Dienst 24h/365d) via untenstehendes Dokument:
Rapid Mapping ist für alle, die im Falle eines Naturereignisses einen öffentlichen Auftrag haben. Dies sind in erster Linie die Naturgefahrenfachstellen von Bund und Kantonen und in zweiter Linie die entsprechenden Führungsorgane. Die Produkte von Rapid Mapping dienen primär der Ereignisdokumentation. Nach Möglichkeit können sie auch ab der Phase der Instandstellung im Rahmen der Ereignisbewältigung eingesetzt werden.
Wie wird ein Bedürfnis an Rapid-Mapping-Produkten gemeldet?
Die Bedürfnisse aller kantonalen, regionalen oder lokalen Stellen werden bei den kantonalen Naturgefahrenfachstellen gesammelt. Diese sind die zentrale Sammelstelle auf Stufe Kanton und melden die Bedürfnisse an das BAFU weiter. Bedürfnisse können mit dem untenstehenden Formular «Anfrage Beschaffung Rapid-Mapping-Produkte» an dieses Eingangstor beim BAFU gemeldet werden. Es ist 24h/365d erreichbar.
Vergangene Einsätze
Am 28. Mai 2025 kam es am Kleinen Nesthorn oberhalb von Blatten im Lötschental zu einem grossen Bergsturz. Etwa 3 Millionen Kubikmeter Fels, Schutt und Eis stürzten ins Tal. Das Dorf Blatten wurde weitgehend zerstört und der Fluss Lonza gestaut. Die Bevölkerung war vorgängig evakuiert worden.
Zur Dokumentation des Ereignisses und als Grundlage für die Bewältigung der Folgen führte swisstopo Befliegungen des Gebietes durch.
Am 14. April 2024 ereignete sich am Piz Scerscen in der Berninagruppe (GR) ein grosser Bergsturz. Rund eine Million Kubikmeter Fels und Eis stürzten ab und bedeckten die Val Roseg auf mehr als fünf Kilometern Länge. Personen kamen nicht zu Schaden. Mehrere Zustiege zu Berghütten und Gletscherquerungen waren betroffen.
Hinweis: Es handelte sich nicht um einen offiziellen Rapid-Mapping-Einsatz.
Am 21. Juni 2024 bildete sich über dem Misox eine stationäre Gewitterlinie. Die heftigen Niederschläge lösten im ganzen Tal Murgänge und Überschwemmungen aus. In Sorte (Gemeinde Lostallo GR) zerstörte ein Murgang mehrere Häuser. Zwei Personen kamen ums Leben, eine weitere wird seither vermisst. Bei Soazza GR drängte ein Murgang die Moesa aus ihrem Bett, worauf der Fluss die Autobahn A13 auf rund 200 m Länge wegriss. Die Nord-Süd-Achse über den San Bernardino blieb während zwei Wochen gesperrt.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst. Die Befliegungen fanden am 22.06.2024 (Helikopter) und am 28.06.2024 (Flugzeug) statt.
Intensive, von Gewittern durchsetzte Niederschläge verursachten am 21. Juni 2024 im Val d'Hérens, im Val d' Anniviers und im Mattertal grosse Schäden. In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni führten zwei weitere Gewitterwellen in zahlreichen Seitentälern zu Hochwasser und Murgängen, in der Folge trat auch die Rhone über die Ufer. In Saas-Grund VS verschüttete ein Murgang ein Wohnquartier, eine Person kam ums Leben. Im Binntal wird seither eine Person vermisst. Bei Siders VS und Chippis VS überschwemmte die Rhone mehrere Quartiere meterhoch.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieser Ereignisse wurden 2 Rapid Mapping Einsätze ausgelöst. Die Befliegungen fanden am 24.06.2024 (Helikopter) und am 04.07.2024 (Flugzeug) statt.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2024 gingen anhaltende, sehr intensive Gewitter über dem oberen Maggiatal nieder. Bavona, Peccia und Maggia erodierten ihre Flussbetten und Ufer und rissen Strassen und Leitungen mit. Wasser- und Stromversorgung sowie Kommunikation fielen aus. Im Val Bavona verschüttete ein Murgang Teile der Weiler Fontana und Mondada (Gemeinde Cevio TI), wobei fünf Menschen ums Leben kamen. Zwei weitere Personen starben bei Prato-Sornico TI in der Maggia, eine Person wird seither vermisst. In Cevio TI zerstörten die Wassermassen die Visletto-Brücke und damit die Zufahrt ins obere Tal.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst. Die Befliegungen fanden am 30.06.2024 (Helikopter) und am 02.07.2024 (Flugzeug) statt.
Am Abend des 12. August 2024 trat der Milibach in Brienz (BE) nach einem heftigen Gewitter über die Ufer. Ein Murgang mit Schlamm, Geröll und grossen Felsblöcken verwüstete Teile des Dorfes, insbesondere den Ortsteil Änderdorf, und beschädigte Gebäude, Strassen sowie Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs.
Hinweis: Es handelte sich nicht um einen offiziellen Rapid-Mapping-Einsatz.
Am Abend des 12. August 2024 lösten heftige Gewitter im Lütschinental einen Murgang im Chienebach aus. Dieser verschüttete zwischen Gündlischwand und Lütschental die Kantonsstrasse nach Grindelwald sowie die Bahnstrecke der Berner Oberland-Bahn. Grindelwald war zeitweise vom Strassen- und Bahnverkehr abgeschnitten.
Hinweis: Es handelte sich nicht um einen offiziellen Rapid-Mapping-Einsatz.
Am Abend des 12. August 2024 lösten heftige Gewitter oberhalb von Sisikon (UR) mehrere Murgänge aus. Im Bereich Gumpisch wurden Alarmanlagen und Schutznetze zerstört, bei der Galerie Schiefernegg füllte ein Murgang den Durchlass vollständig auf. Die Axenstrasse war bis zum 19. August 2024 gesperrt.
Hinweis: Es handelte sich nicht um einen offiziellen Rapid-Mapping-Einsatz.
Am 17. Juli 2023 brach oberhalb von Bitsch (VS) ein Waldbrand aus, der sich rasch ausbreitete. Rund 200 Personen wurden evakuiert. Der Brand dauerte 19 Tage und betraf eine Waldfläche von rund 185 Hektaren auf dem Gebiet der Gemeinden Bitsch und Riederalp
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.
Am 14. und 15. November 2023 führten anhaltende, intensive Niederschläge im Kanton Bern zu Hochwasser. Zahlreiche Gewässer, insbesondere im Simmental, traten über die Ufer. Es kam zu Überschwemmungen von Gebäuden, Strassen und Brücken. Die Aare im unteren Lauf wies einen erhöhten Pegelstand auf.
Zur Dokumentation der Hochwassersituation im Kanton Bern wurde durch das BAFU am 15.11.2023 ein Rapid-Mapping-Einsatz ausgelöst.
Aufgrund der trockenen ersten Jahreshälfte 2022 und der unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen im Juli und bis Mitte August lagen die Pegel der Schweizer Gewässer verbreitet deutlich tiefer als sonst im Sommer. Mitte August verzeichneten zahlreiche kleinere und mittelgrosse Flüsse ein Niedrigwasser, welches statistisch gesehen alle zwei bis zehn Jahre, teilweise auch seltener auftritt. Eine Ausnahme bildeten die Gebirgsflüsse in Gletschereinzugsgebieten, wo Schmelzwasser die Pegel tagsüber deutlich ansteigen liess. Auch an grossen Flüssen wie Aare, Limmat, Reuss und Rhein wurden markant unterdurchschnittliche Pegelstände gemessen. Die Wasserstände vieler Seen waren tiefer als sonst in den Sommermonaten üblich. Stark unterdurchschnittliche Wasserstände wiesen der Vierwaldstätter-, der Walen-, und der Bodensee sowie der Lago Maggiore und der Lago di Lugano auf. Seit Sommerbeginn hatten zwar vereinzelt auftretende heftige Gewitter kleinere und mittelgrosse Flüsse kurzzeitig stark ansteigen lassen, was jedoch nicht zu einer grundsätzlichen Entspannung der Niedrigwassersituation geführt hat. Mitte August waren etliche Fliessgewässer ausgetrocknet.
Um wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse für zukünftige Trockenheitsperioden gewinnen zu können, wurde am 13. August 2022 ein grossflächiger Bildflug in einem Gebiet von ca. 2400 km2 zwischen dem Genfersee, Neuenburgersee und Freiburg durchgeführt.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 2022 breitete sich von der Alpe di Neggia (TI) ein Feuer aus, das durch unsachgemässes Löschen eines Lagerfeuers entstanden war. Dieses weitete sich auf den gesamten Gipfelbereich des Monte Gambarogno oberhalb des Lago Maggiore auf einer Fläche von sechs Hektaren aus. Für schweizerische Verhältnisse handelte es sich hiermit eine aussergewöhnlich grosse Waldbrandfläche. Im Tessin herrschte zu jener Zeit eine grosse Trockenheit. Gebietsweise gab es seit Anfang Dezember 2021 keine Niederschläge mehr. Seit 13. Januar 2022 wurde aufgrund der Trockenheit bereits ein behördliches Feuerverbot im Freien erlassen. Die schnelle und grosse Ausbreitung des Feuers wurde durch einen starken Nordföhn begünstigt. Knapp 60 Einwohner der Ortschaft Indemini und der umliegenden Weiler mussten vorsichtshalber evakuiert werden. Die Löscharbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum von rund zwei Wochen. Zeitweilig kamen für die Löscharbeiten drei Helikopter, ein Super Puma der Schweizer Armee und zwei italienische Löschflugzeuge zum Einsatz.
Zur Dokumentation des Ereignisses und als Grundlage für ein späteres Monitoring der Vegetationsentwicklung nach dem Ereignis wurden Befliegungen durchgeführt.
Im Juli 2021 gab es über mehrere Wochen anhaltend bzw. wiederholt hohe Niederschläge im Einzugsgebiet der Aare (Hauptereignis 12.-15. Juli). Dies führte zu Überschwemmungen an Bieler- und Neuenburgersee bei gleichzeitig hohen Abflüssen in der Aare von mindestens 750 m3/s. Zur Erkundung des Verhaltens des Systems bei derartigen langanhaltenden hohen Aare-Abflüssen wurden Befliegungen entlang der Aare vom Ausfluss aus dem Bielersee bis zum Wasserschloss (Einmündung von Reuss und Limmat bei Windisch) durchgeführt, aufgeteilt auf zwei verschiedene Flugtage.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.
Eine Nordweststaulage mit sehr ergiebigen Niederschlägen und viel Wind, nur wenige Tage nach einem anderen Grossschneefall, führte am Montag, 14. Januar 2019, gebietsweise zur höchsten Lawinengefahrenstufe 5 (sehr gross). Es gingen sehr grosse Lawinen ab, und viele Verkehrswege mussten sicherheitshalber gesperrt werden. Die Lawinenaktivität war vergleichbar mit jener von 2018. Nach Absprache mit den betroffenen Kantonen beauftragte das BAFU die Erhebung von Satellitendaten: Am 16. Januar 2019 wurden rund 10'000 km² der Zentral- und Ostalpen mit SPOT-6 (1.5 m) aufgenommen.
Sämtliche Bilddaten wurden bei swisstopo orthorektifiziert.
Hinweis: Es handelt sich um kommerzielle Satellitendaten, die aus lizenzrechtlichen Gründen nicht öffentlich zur Verfügung stehen.
Zwei Grossschneefälle führten zum Jahreswechsel 2017/2018 zu sehr kritischen Lawinensituationen in den Alpen. Anfang Januar 2018 gingen vor allem im Wallis, in Mittelbünden und im Engadin viele grosse Lawinen nieder. Im südlichen Wallis führte intensiver Schneefall bis Mitte Januar zu weiterer sehr grosser Lawinenaktivität. Diese war vergleichbar mit jener von 1999. Nach Absprache mit den betroffenen Kantonen beauftragte das BAFU die Erhebung von Satellitendaten:
Erste Phase: Unterengadin, Goms, Mattertal und Val d'Hérens mit SPOT-6 (1.5 m). Fünf Kernzonen von je 10 x 10 km wurden zusätzlich mit Pléiades (50 cm) und WorldView-4 (30 cm) aufgenommen. Wegen der ungünstigen Wetterprognose wurde ergänzend TerraSAR-X (1 m und 3 m) bestellt.
Zweite Phase (Kanton Wallis): Simplon, Saastal, Mattertal und Val d' Anniviers mit SPOT-6/7 (1.5 m).
Sämtliche Bilddaten wurden bei swisstopo orthorektifiziert.
Hinweis: Es handelt sich um kommerzielle Satellitendaten, die aus lizenzrechtlichen Gründen nicht öffentlich zur Verfügung stehen.
In den Wochen vor dem 10. September 2017 drohte an der instabilen Nordflanke des Weissmies oberhalb von Saas-Grund (VS) ein grosser Eisabbruch des Triftgletschers. Teile des Dorfes Saas-Grund wurden vorsorglich evakuiert. Am frühen Morgen des 10. September 2017 brach der grösste Teil der instabilen Gletscherzunge ab, in der Nacht auf den 11. September 2017 rutschte der verbleibende Rest nach. Das geschätzte Eisvolumen betrug rund 500'000 m³. Es entstanden keine Sach- oder Personenschäden.
Hinweis: Es handelte sich nicht um einen offiziellen Rapid-Mapping-Einsatz.
Am 23. August 2017 stürzten vom Piz Cengalo (3369 m ü. M.) im bündnerischen Bergell 3 Millionen Kubikmeter Felsen zu Tal. Mehrere Murgänge verfrachteten über 300'000 m3 Gesteinsmaterial durch das Val Bondasca bis zum Dorf Bondo. Vorab bei starken Niederschlägen ist mit weiteren Murgängen zu rechnen. Der Bergsturz von Bondo ist einer der grössten der letzten 100 Jahre in der Schweiz.
Die Seltenheit von Bergstürzen und Murgängen dieser Grössenordnung veranlasste das BAFU in Absprache mit dem Kanton Graubünden das Ereignis mittels Flugaufnahmen zu dokumentieren und Unterlagen für die detaillierte Analyse bereitzustellen. swisstopo führte an folgenden 3 Tagen Befliegungen des Gebietes durch. 25.8., 30.8. und 5.9. Als Produkte liegen jeweils Einzelbilder (schräg) sowie ein Orthofotomosaik mit einer Bodenauflösung von 12.5 cm vor.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.
Am 27. Dezember 2016 brach in der Trockenperiode zwischen Mesocco und Soazza im Misox (GR) ein grosser Waldbrand aus. Bei starkem Nordföhn breitete sich das Feuer rasch aus. Vier Personen mussten evakuiert werden, die A13 und die Kantonsstrasse waren zeitweise wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Betroffen war vor allem der Schutzwald oberhalb von Mesocco.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.
Am 14. März 2016 stürzten rund 200'000 m³ Fels und Geröll von der Westflanke des Cuolm da Vi ins unbewohnte Val Strem oberhalb von Sedrun (GR). Der Schuttkegel erreichte eine Länge von rund einem Kilometer. Der Felssturz verschüttete Wasserfassungen der Trinkwasserversorgung und Anlagen eines Kleinkraftwerks. Zwei Häuser wurden vorsorglich evakuiert, Personen kamen nicht zu Schaden. Das Tal wurde wegen der Gefahr weiterer Nachstürze gesperrt.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.
Am 26. April 2011 brach oberhalb von Eyholz bei Visp (VS) ein grosser Waldbrand aus, der durch den Brand eines Karosseriebetriebs ausgelöst wurde. Angetrieben von starkem Wind breitete sich das Feuer im Eyholzerwald rasch bis zum Berggrat aus. Rund 110 Hektaren Schutzwald wurden zerstört. Der Wald schützte Eyholz, die Gewerbezone Visp Ost und die Kantonsstrasse vor Murgängen, Steinschlag und Erosion.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.
Am 10. Oktober 2011 führten Tauwetter nach Schneefall und anhaltende Niederschläge im Lötschental (VS) zu Hochwasser und Murgängen. Innerhalb von 24 Stunden fielen mehr als 150 mm Regen und Schmelzwasser. Die Kantonsstrasse zwischen Wiler und Blatten wurde zerstört, mehrere Strassen und Gebäude wurden überflutet.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.
Nach einem schneereichen Winter lösten ab dem 31. März 2009 milde Temperaturen in den Schweizer Alpen einen Zyklus von Nassschneelawinen aus, der bis Ende April anhielt. Beobachtet wurden sehr viele kleine und mittlere, vereinzelt auch grosse Lawinen. Im Raum Davos wurden Lawinen dokumentiert.
Für die Dokumentation und Bewältigung dieses Ereignisses wurde ein Rapid Mapping Einsatz ausgelöst.