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Veröffentlicht am 8. Januar 2024

Erneuerung der Schweizer Landeskarten (2001-2021)

Zwischen 2001 und 2021 erneuerte swisstopo die Produktion und das Erscheinungsbild der Schweizer Landeskarten grundlegend. Erfahren Sie hier, was diese Modernisierung ausmacht, und weshalb sie so wichtig ist für die Zukunft der Schweizer Geodaten. 

Ausschnitt Zürich aus der Landeskarte im erneuerten Design. Unter anderem treten nun die Bahnlinien rot hervor, die Schrift ist serifenlos und die Strassen nach Verkehrsrelevanz in unterschiedlichen Farbtönen gehalten.

Projektmeilensteine

  • 2001    Projektbeschluss für das Konzept auf Grundlage einer Vorstudie der ETH Zürich
  • 2003    Genehmigung der Projekt- und Systemziele durch swisstopo
  • 2006    Beschaffungsentscheid für die systemseitigen Komponenten
  • 2006    Vernehmlassung der Kartenprobe der Landeskarte 1: 25 000
  • 2011    Produktion der Landeskarte 1:1 Mio. unter Einbezug neuer Systemkomponenten
  • 2013    Systemabnahme der Produktionssysteme
  • 2013    Produktionsbeginn der neuen Landeskarte 1:25 000
  • 2014    Publikation der ersten Blätter 1:25 000
  • 2015    Publikation der neuen Landeskarte 1:500 000 als Hintergrund der ICAO-Karte
  • 2016    Produktionsbeginn der Landeskarte 1:50 000
  • 2016    Publikation der ersten vollautomatisch erstellten Landeskarte 1:10 000 in map.geo.admin.ch
  • 2016    Publikation der ersten Blätter 1:50 000
  • 2018    Publikation der Wanderkarte 1:50 000 mit neuer Kartengrafik
  • 2019    Publikation der ersten Blätter 1:100 000
  • 2019    Publikation der Schneesportkarte 1:50 000 mit neuer Kartengrafik
  • 2021    Abschluss Neuaufbau Landeskartenwerk

Technik

Im Jahr 2000 ersetzte die Computermaus den Gravurstichel als wichtigstes kartografisches Werkzeug. Zehn Jahre nach dem Übergang von der Schichtgravur auf Glasplatten zur rein digitalen CAD-Produktion vollzog die swisstopo-Kartografie mit der Erneuerung der Landeskarten ab 2011 weitere wichtige technische Entwicklungen: 

  • Einführung automationsunterstützter Generalisierung
  • Einführung datenbankgestützter kartografischer Bearbeitung
  • Aufbau Digitaler Kartografischer Modelle (DKM)
  • Möglichkeit der automationsunterstützten schrittweisen Nachführung

Damit rückten die digitalen Daten in den Vordergrund. Die gedruckte Karte war bis zu diesem technischen Umbruch die Grundlage für alle digitalen Modelle (sogenannte kartenbasierte digitale Modelle). Dies drehte sich mit dem Topografischen Landschaftsmodell TLM und den DKM um. Die digitalen Daten bilden neu den Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Produkten, die sich aus ihnen ableiten lassen: Neben Höhenmodellen, Landschaftsmodellen und vielem mehr gehören auch die analogen Papierkarten dazu.

Für die Geländedarstellung, welche ein international bekanntes Markenzeichen der Schweizer Landeskarte ist, wurden bestehende Elemente wie das Relief und der Fels in die neue Karte übernommen. So blieb der unverwechselbare Charakter der Landeskarte auch mit neuen Technologien erhalten.

Darstellung

Anpassungen in der Darstellung verbesserten die Lesbarkeit der Karten – dies nicht zuletzt auch im Hinblick auf digitale Anwendungen:

  • Verzicht auf einseitig schattierte oder gestrichelte Doppellinien
  • Farbige Darstellung des Bahnnetzes und der Bahnhöfe
  • Abstufung des Strassennetzes nach Breite und farbliche Differenzierung der Verkehrsbedeutung
  • Verwendung der neuen serifenlosen Schweizer Frutiger-Schrift
  • Farbbänder für Gemeinde-, Kantons- und Landesgrenzen
  • Konsequentes Einhalten der Minimalgrössen und -abstände bei leicht grösseren Minimaldimensionen zur Verbesserung der Lesbarkeit
  • Darstellung der sich speziell in alpinen Regionen verändernden Waldfläche ohne zusätzliche Konturlinie

Nutzung

Mit der neuen Karte bzw. den DKM entstanden neue Nutzungsmöglichkeiten. Insbesondere begründete sich dies durch die Verwendung von Vektor-Daten anstelle der bisher verfügbaren Pixelkarten. Die Vorteile sind:

  • Möglichkeit der flexiblen Visualisierung der Kartografie (z.B. Farben, Objektdarstellungen)
  • Die Verknüpfbarkeit der kartografischen Daten mit Attributen (= zuordenbare Informationen) und Daten Dritter
  • Vom Blattschnitt der gedruckten Karten unabhängige Datenbearbeitung und -bereitstellung
  • Nach Ebenen und Objekten getrennte detaillierte inhaltliche Strukturierung und Darstellung (z.B. nur Strassennetz oder nur Gewässernetz)
  • Möglichkeit, nach dem Aufbau zukünftig rascher aktualisieren zu können.

Bundesamt für Landestopografie swisstopo

Infodesk Geschichte
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3084 Wabern