Geodätische Bezugssysteme
Geodätische Bezugssysteme beschreibt wie ein Koordinatensystem in die reale Erde eingebetet ist, sie liefert dafür die theoretische Grundlagen und definiert die wichtigsten Eckpunkte welche für die Koordinatenbestimmung essentiell sind:
- Ursprung des Koordinantensystems (Nullpunkt, Massenzentrum der Erde)
- Definition der Achsen (z.b. geht die X-Achse durch den Schnitt des Meridian von Greenwich und dem Äquator, die Z-Achse entspricht der mittleren Erdrotationsachse)
- Die Masseinheit: Meter
- Referenzfläche der Erde (z.B. Rotationsellipsoid welches die Form der Erde möglichst gut entspricht)
Es gibt globale, europäsiche und nationale Bezugssysteme welche die entsprechenden Eigenschaften je nach Anwendung so wählen, dass der Nutzen den unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechen.
Das weltweit am häufigsten verwendete ist das Weltgeodätische System von 1984 (WGS84), das Positionen in Längen- und Breitengraden angibt und insbesondere als Grundlage für das GPS dient. Es ist an das International Terrestrial Refrence System angelehnt. Viele Länder haben zudem eigene nationale Systeme definiert, die besser auf ihr Staatsgebiet abgestimmt sind. Die Schweiz gehört dazu und hat das global gelagerte System CHTRS95 und ein lokale gelagertes System CH1903+ definiert. Der Übergang zwischen den beiden Systemen ist über eine einfache Translation möglich. Die offiziellen Landeskoordinaten basieren auf dem CH1903+ welche mittels einer definierten Projekten in die LV95 Koordinaten umgerechnet werden können.
Kurz gesagt
Zu einem Bezugssystem gehören folgende Elemente:
- das Koordinatensystem mit seinem Ursprung, seinen Achsen und seiner Masseinheit
- die Referenzfläche der Erde: Rotationsellipsoid und Schwerefeld (Geoid)
Globale terrestrische Bezugssysteme
Globale terrestrische Bezugssysteme sind geozentrische kartesische Koordinatensysteme, deren Ursprung im Massenzenturm der Erde M liegt. Als «konventionelles terrestrisches System» (CTS) bezeichnet man jedes System, dessen Ursprung im Massenzentrum M liegt, dessen Z-Achse durch den Nordpol verläuft (konventioneller internationaler Ursprung oder CIO), dessen XZ-Ebene den mittleren Ursprung am Observatorium von Greenwich enthält und dessen Y-Achse das Ganze so vervollständigt, dass ein direktes kartesisches Achsensystem entsteht. Das System wird durch den International Earth Rotation and Reference Systems Service (IERS) definiert und in den IERS Conventions (2010) definiert.
Regionale und lokale Bezugssysteme
Regionale Bezugssysteme sind für grossräumige Regionen, z.B. dem Eruopean Reference System für Europa, defniniert während lokale Bezugssysteme die nationalen Koordinaten- und Höhenbezugssysteme angepasst sind. Diese werden offiziell für die Landesvermessung und die amtliche Vermessung der verschiedenen Länder der Welt verwendet. Zu dieser Kategorie gehören auch die lokalen Referenzellipsoide und die kartografischen Projektionen mit ihren spezifischen nationalen Koordinatensystemen.
Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Seftigenstrasse 264
3084 Wabern

