AMP - GB-4: Horizontalschnitt des Helvetikums der Westschweiz auf 2500 m zwischen Mt. Blanc- und Aar-Massiv (Rawil-Depression)
Die vorliegende Arbeit (Burkhard, 1988) präsentiert einen Horizontalschnitt auf 2500 m Höhe durch das Helvetikum der Westschweiz zwischen Mont-Blanc- und Aar-Massiv (Rawil-Depression).
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Abstract

Die vorliegende Arbeit (Burkhard, 1988) präsentiert einen Horizontalschnitt auf 2500 m Höhe durch das Helvetikum der Westschweiz zwischen Mont-Blanc- und Aar-Massiv (Rawil-Depression). Ziel war es, die grossräumigen geometrischen Beziehungen der helvetischen Decken unabhängig von topographischen Effekten darzustellen. Der Schnitt zeigt eine mindestens 6 km tiefe Einsattelung zwischen den beiden Massiven, deren tektonische Ursache bislang unklar war. Zwei Hauptgruppen von Strukturen werden unterschieden: (1) Deckenüberschiebungen, Falten und Brüche im Zusammenhang mit der Platznahme der Decken; (2) posttektonische Elemente wie Aufwölbungen der Massivkulminationen, spätere Störungen und Scherzonen.
Auffallend ist die asymmetrische Anordnung der Strukturen östlich und westlich der Depression, die durch eine «en échelon»-Geometrie der Kristallinmassive erklärt wird. Zusätzlich durchschneidet eine dextrale Scherzone die südlichen Wurzelzonen der Helvetischen Decken. Der Horizontalschnitt liefert damit wichtige Randbedingungen für tektonische Modelle der Westalpen und unterstützt künftige Tiefenuntersuchungen, etwa seismische Profile im Rahmen nationaler Forschungsprogramme.
