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Pyramiden – eine helvetische Geschichte

Pyramiden sind nicht gerade gängig in der Schweizer Landschaft. Gleichwohl haben Sie wahrscheinlich schon welche gesehen, sei es auf einer Wanderung oder in einem touristischen Prospekt. Pyramiden in der Schweiz? Wie ist das nur möglich?

08.07.2020 | DKW

Pyramide Rochers de Naye
Pyramide Rochers de Naye

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts waren Fixpunkte (im Gelände markierte Punkte mit bekannten Koordinaten und Höhen) immer wieder nötig, um die Schweiz vermessen und daraus Landeskarten und Pläne erstellen zu können.

Fixpunkte und Theodolite

In der Natur zeigen sich diese Fixpunkte in verschiedenen Formen: Es sind Granitsteine, Metallbolzen oder, kaum übersehbar, Metallpyramiden. Auf Aussichtspunkten gestellt, gehören diese Pyramiden zum schweizweiten Netz der Triangulation. Die Pyramide ist über einem Fixpunkt im Boden zentriert und dient den Messungen, die in der Gegend durchgeführt werden. 
Sie stehen an einem optimalen Sichtpunkt, damit sie von nah und fern mit speziellen Messungsgeräten, sog. Theodoliten, angezielt werden können. 
Diese Vermessungsmethode fusst auf einer trigonometrischen Punktbestimmung, weshalb sie eben Triangulation heisst. Die Pyramide ist auf einem fixen Punkt am Boden zentriert und dient den Messungen, die in der Gegend durchgeführt werden. Der Theodolit, ein Winkelmessinstrument aus der Geodäsie, bestimmt die Winkel zwischen den unzähligen Dreiecken, die mit der Triangulation über das ganze Land gelegt wurden. 

Erhaltenswerte Symbole

Zwischen 1884 und 1970 wurden rund 80 eiserne Pyramiden aufgestellt. Mit dem zunehmenden Fortschritt der Messinstrumente und -techniken, beispielsweise mittels Satelliten-Positionierungssystem- GNSS (Global Navigation Satellite System), verschwand die Bedeutung der Pyramiden allmählich. Zurzeit hat es davon in der Schweiz noch rund 60; sie stellen oftmals auch ein nationales oder zumindest regionales Symbol dar. Diverse Orte sind wegen ihrer Pyramiden aus dem Aussichtspunkt bekannt geworden, zum Beispiel die Rigi, La Berra, der Pilatus oder der Gurten. Was wären diese Berge ohne ihre Wahrzeichen? Der Witterung ausgesetzt, brauchen die Pyramiden eine spezielle Wartung. swisstopo ist für rund 20 Pyramiden zuständig und führt regelmässig Sanierungen durch. Die Kantone und ihre Vermessungsämter wie auch verschiedene Privatorganisationen stehen unserem Bundesamt für diese Aufgabe für den Unterhalt der restlichen Pyramiden zur Seite. 

Die 1919 auf dem Gipfel des Monte Generoso errichtete einzige Pyramide des Tessins wurde seit ihrem Bau mehrfach renoviert. Die nächste Renovierung sollte normalerweise 2021 stattfinden. Angesichts des Zustands der Pyramide – der Rost hat ihre Metallplatten angegriffen – hat das Bundesamt für Landestopografie jedoch beschlossen, die Arbeiten vorzuziehen. Deswegen wurde die Pyramide im Frühsommer 2020 wiederhergestellt.

Die Pyramiden in der Schweiz

Weisse oder schwarze Pyramiden?

Die Pyramiden unterscheiden sich durch ihre Farbe: Einige sind schwarz, andere weiss. Die Farbgebung ist nötig, damit sich die Pyramiden kontrastreich von der Landschaft abheben und so bei Messungen einfacher erkennbar sind. Die Pyramide auf dem Chasseral beispielsweise ist schwarz und kann sich so deutlich vom weissen Kalkfels abheben.

Auch in Karten abgebildet

Wenn Sie nicht selbst auf alle Gipfel Ihrer Region steigen wollen, finden Sie die Triangulationspyramiden auf den Karten 1:25 000, 1:50 000 und 1:100 000. Sie sind mit einem Dreieck und einem Punkt in der Mitte gekennzeichnet.

Die Zukunft der Pyramiden

Als Fixpunkte erlauben uns die Pyramiden – ähnlich wie gewisse Kirchtürme oder Kommunikationsantennen – immer noch, Vermessungen vorzunehmen und dienen uns zur Orientierung. Obwohl die Pyramiden heute, aufgrund des technologischen Fortschritts, weniger häufig im Einsatz stehen, werden sie eine Sonderstellung in der Kultur und Landschaft der Schweiz behalten.

Bundesamt für Landestopografie swisstopo Seftigenstrasse 264
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