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Neues Atlasblatt Hitzkirch und ein rätselhafter Mammutfund am Lindenberg

Das neu erschienene Blatt Hitzkirch des Geologischen Atlas der Schweiz 1:25 000 umfasst das Gebiet vom nördlichen Ende des Hallwilersees bis in die Reussebene. Auffälligstes Geländeelement ist der über 800 Meter hohe Hügelzug des Lindenbergs.

18.11.2020 | DKW

Die Geologie des Kartengebiets wird durch weiche Geländeformen aus Gletschervorstössen der letzten zweieinhalb Millionen Jahre geprägt. Der Felsuntergrund besteht – dies ist einzigartig – nur aus einer einzigen Formation, der Oberen Süsswassermolasse (OSM). Sie besteht aus Mergel, Sand- und Siltstein und repräsentiert den Zeitraum vor ungefähr 16 bis 14 Millionen Jahren, als im Kartengebiet feiner Schutt durch zwei mächtige Schuttfächer abgelagert wurde. Das Kartengebiet lag damals im Bereich dieser beiden Schuttfächer (Hörnli- und Napf-Schuttfächer).

Alle jüngeren Ablagerungen als die OSM entstanden im Zeitalter des Quartär, also in den letzten zweieinhalb Millionen Jahren. Sie dokumentieren wiederholte Gletschervorstösse und sind als Moräne der Gletscher, als Sand und Schotter, aber auch als Seeablagerungen erhalten. Bis auf die höchsten Kuppen des Linden- und Hombergs und der Egg war dabei das gesamte Gebiet zur Zeit des letzteiszeitlichen Maximalstandes von Eismassen bedeckt. In einer späteren Phase verlandeten die entstandenen Becken und Mulden; es bildeten sich grosse Sumpf- und Torfgebiete.

Besonders die Reussebene und die flachen Gebiete mit Verlandungssedimenten wurden durch den Menschen stark umgestaltet, indem ehemals grossflächig vorhandene Feuchtgebiete drainiert und Torf abgebaut wurde. Flüsse und Bäche wurden zwischen Dämme gelegt und kanalisiert.


Rätselhafte Mammutfunde am Lindenberg
Im Jahr 1920 sind in einer Kiesgrube der Gemeinde Beinwil im Freiamt die Überreste zweier Mammute zum Vorschein gekommen. Der Fundort liegt in einer Eisrandterrasse auf 810 Meter Höhe am Lindenberg, knapp unterhalb des letzteiszeitlichen Gletscherhöchststandes.
2017 konnte einer dieser Überreste, ein gut erhaltener Halswirbel, mit 25 600 Jahren datiert werden. Die Fundsituation und der Erhaltungszustand lassen den Schluss zu, dass dieses Alter demjenigen der Moränenterrasse bzw. der wenig höher liegenden höchsten Seitenmoräne entspricht. Die Kuppe des Lindenbergs bildete während der Letzten Eiszeit einen etwa vier Kilometer langen und weniger als einen Kilometer breiten und maximal 60 Meter aus dem Gletschereis ragenden einzelnen Felsvorsprung, einen sogenannten Nunatak. Wie diese beiden Mammute, insbesondere das sehr junge Mammut, von dem der Halswirbel stammt, zum Lindenberg-Nunatak kamen, stellt die Wissenschaftler noch heute vor ein Rätsel.

Für Auskünfte:
Ruedi Bösch, Kommunikation swisstopo, ruedi.boesch@swisstopo.ch, +41 58 469 01 27

Der Geologische Atlas der Schweiz 1:25000

Das Blatt Hitzkirch umfasst – wie alle Blätter des Geologischen Atlas der Schweiz 1:25 000 – neben der geologischen Karte mit Legende eine Übersichtskarte, eine Tafel mit geologischen Querschnitten und eine illustrierte Broschüre, welche die Geologie des Gebiets im Detail erläutert. Mit dem Blatt Hitzkirch erscheint die Nummer 168 von dereinst rund 220 Blättern. 1930 erschien mit Delémont der Grundstein des Geologischen Atlas, das allererste Atlasblatt. In einem Kartenblatt stecken durchschnittlich 600 Arbeitstage; je die Hälfte der Arbeitszeit entfällt auf die Kartierung im Gelände und das Erstellen des Kartenoriginals. Die andere Hälfte wird für Redaktion und Produktion der Karte, der zugehörigen Erläuterungen und des Datensatzes benötigt. Jede Karte ist auch als Vektordatensatz erhältlich, dank den geologischen Vektordaten GeoCover ist die ganze Schweiz auch digital einsehbar.

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