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Neues Atlasblatt Elm im Banne der Glarner Hauptüberschiebung

Das neue Atlasblatt Nr. 173 Elm des Geologischen Atlas der Schweiz 1:25'000 zeigt die geologischen Verhältnisse unter und über der berühmten Glarner Hauptüberschiebung, die sich als messerscharfe Linie im Gelände präsentiert. Die östliche Hälfte des Kartenblatts zeigt einen Teil des UNESCO-Welterbes Tektonikarena Sardona.

07.09.2021 | DKW

Die Gipfelpartien im UNESCO Welterbe der Tektonikarena Sardona sind verbunden durch die Glarner Hauptüberschiebung und gut sichtbar auf dem neuen geologischen Atlasblatt 173 Elm. Die Glarner Hauptüberschiebung trennt die Sedimentbedeckung des Aar-Massivs (Unterhelvetikum) von den darüber geschobenen helvetischen Sedimentdecken (Oberhelvetikum). Die Gesteine über der Glarner Hauptüberschiebung sind rund 300 Millionen Jahren alt und stammen aus dem Zeitalter des Perm. Sie wurden entlang der Überschiebung um rund 50 Kilometer gegen Norden verschoben und liegen nun über den mit ca. 100 bis 30 Millionen Jahre alten, deutlich jüngeren Gesteinen der Kreide und des Paläogens. Die jüngsten und im ganzen Kartengebiet verbreiteten Gesteine sind die Sedimente der einst ausgedehnten Gletscher. Die Gletschermassen flossen während des letzteiszeitlichen Maximums sowohl via Sernftal nach Westen zum damaligen Linthgletscher, als auch nach Osten durch die Täler der Seez und Tamina zum Bündner Gletscher. Letzte Reste dieser Gletschermassen beschränken sich heute auf das Gebiet um den Piz Segnas und Piz Sardona.

Die Gesteine unterhalb der Hauptüberschiebung sind stark geschiefert und häufig nur sehr schwer voneinander zu unterscheiden. Es handelt sich um Schelfsedimente der Späten Kreide und Flyschgesteine des Paläogens, die in verschiedenen übereinander gestapelten Sedimentdecken anzutreffen sind: zuunterst die Gesteine des Nordhelvetischen Flyschs, darüber diejenigen der Blattengrat-Decke und zuoberst die Gesteinsabfolge der Sardona-Decke.

Schiefertafelproduktion in Elm

Bis ins letzte Jahrhundert wurde der Nordhelvetische Flysch abgebaut und für Dachplatten («Dachschiefer») oder als Schreibtafeln verwendet. Die Schiefertafelfabrik Elm ist heute ein Museum und kann besichtigt werden.

Für Auskünfte:
Ruedi Bösch, Kommunikation swisstopo, ruedi.boesch@swisstopo.ch, +41 58 469 01 27

Der Geologische Atlas der Schweiz 1:25000

Ein Blatt des Geologischen Atlas der Schweiz 1:25 000 umfasst neben der geologischen Karte mit Legende auch eine Übersichtskarte, eine Tafel mit geologischen Querschnitten und eine illustrierte Broschüre, in der die Geologie des Gebiets im Detail erklärt wird. Jede Karte ist auch als Vektordatensatz erhältlich. Alle GeoCover-Datensätze sind gemäss Datenmodell Geologie V3.0 standardisiert und auf Darstellungsebene harmonisiert. Mit der heute vollständigen Version GeoCover V2 sind kostenlose Abfragen für die ganze Schweiz möglich.

Geschichtliches

1930 erschien mit Delémont das erste Atlasblatt. swisstopo geht heute von einer Bearbeitungszeit des gesamten Geologischen Atlas von rund 100 Jahren aus. In einem Kartenblatt stecken durchschnittlich 600 Arbeitstage. Die Hälfte der Arbeitszeit entfällt auf die Kartierung im Gelände und das Erstellen des Kartenoriginals. Die andere Hälfte wird für Redaktion und Produktion der Karte, der zugehörigen Erläuterungen und des Datensatzes benötigt.

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