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Hartstein: Bericht zu Bedarf und Versorgungssituation in der Schweiz

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 10. Dezember 2021 den Rohstoffsicherungsbericht «Hartstein – Bedarf und Versorgungssituation in der Schweiz» zur Kenntnis genommen. Der Bericht zeigt den aktuellen Verbrauch und den Stand der Versorgung der Schweiz mit den wichtigen Hartsteinprodukten Gleisschotter und Hartsplitt und macht eine Abschätzung über den kurz- bis mittelfristigen Bedarf in einem nationalen Kontext.

10.12.2021 | DKW

Für den Bau und Unterhalt von wichtigen Verkehrswegen spielt der Rohstoff Hartstein eine zentrale Rolle. Mit seiner ausgesprochenen Widerstandsfähigkeit wird dieser mineralische Baustoff dort eingesetzt, wo die Verkehrsbelastungen am höchsten sind, etwa als Gleisschotter im Schienenbett von Eisenbahnen oder als Hartsplitt in den Deckschichten von Autobahnen oder Kantonsstrassen.

Mit dem für die Schweiz prognostizierten Verkehrswachstum auf Schiene und Strasse wird der Druck auf die Fahrbahnen in den kommenden Jahrzehnten steigen. Qualitativ geeignete Hartsteinvorkommen sind in der Schweiz aus geologischer Sicht zwar reichlich vorhanden. Abbaustandorte überlagern sich jedoch in vielen Fällen mit Schutzgebieten oder sie liegen in Regionen von touristischer Bedeutung. Zudem führen beantragte Rohstoffabbauerweiterungsprojekte oftmals zu Widerständen aus der lokalen Bevölkerung.

Die Prognose zur Entwicklung der Hartsteinversorgung weist auf einen möglichen Rückgang der inländischen Produktion ab 2023 hin, wenn die in den kantonalen Richtplänen festgesetzten Abbauerweiterungsprojekte nicht rechtzeitig bewilligt werden. Dies hätte eine Steigerung des Imports von Hartsteinprodukten, insbesondere Gleisschotter, zur Folge.

Eine frühzeitige Zusammenarbeit aller Akteure und die weitere Stärkung der Kreislaufwirtschaft ist notwendig

Die Nutzung des Untergrunds bzw. die Bewilligung für die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen liegt in der Hoheit der Kantone und Gemeinden. Die langen Vorlaufzeiten für den Erhalt einer Abbaubewilligung, insbesondere für die Abwägung der vielseitigen Schutz- und Nutzinteressen, bedingen eine frühzeitige und koordinierte Planung zwischen den betroffenen Behörden und der Industrie.

Soll die Versorgung mit Hartstein, wie im Sachplan Verkehr, Teil Programm «Mobilität und Raum 2050» festgehalten, möglichst durch die inländische Produktion sichergestellt werden, braucht es kurz- bis mittelfristig die Bewilligung von Erweiterungsprojekten und längerfristig die Festsetzung weiterer Abbaugebiete in den kantonalen Richtplänen.
Die Begleitgruppe des Berichts erachtet es zudem als sinnvoll, wenn die rohstoffgeologische Landesaufnahme der bedeutenden Hartsteinvorkommen weitergeführt wird. Zur Schonung der primären Hartsteinvorkommen ist die Weiterentwicklung des Recyclings von Gleisschotter und Hartsplitt voranzutreiben und der Einsatz an qualitativ bestem Hartstein für Fahrbahnstrecken mit hoher Belastung zu priorisieren.

Der Bericht entstand unter der Federführung der Landesgeologie von swisstopo in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Fachgruppe Georessourcen Schweiz der ETHZ (FGS) sowie einer Begleitgruppe, bestehend aus Bundesämtern (ARE, ASTRA, BAV, BFS, SECO), Kantonsvertreterinnen und -vertretern (AG, BE, SG, VD), Industrieverbänden (arv, cemsuisse, VSH), den SBB, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP) und dem Netzwerk Mineralische Rohstoffe Schweiz (NEROS).

Für Rückfragen: Ruedi Bösch, Leiter Kommunikation, +41 58 469 01 27, ruedi.boesch@swisstopo.ch
 

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