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Zwei neue Karten des Geologischen Atlas der Schweiz 1:25 000 im Berner Oberland

Die Landschaft um den Thuner- und Brienzersee ist eine der Perlen des Berner Oberlands. Doch wie ist sie entstanden? Antworten liefern die von der Landesgeologie von swisstopo publizierten neuen Blätter 170 Brienz und 171 Beatenberg des Geologischen Atlas der Schweiz 1:25 000.

01.06.2022 | DKW

Im Zuge der Alpenbildung wurden grosse Bereiche zusammengedrückt, ein Meeresbecken ausgequetscht und Gesteinspakete übereinander geschoben und aufgestapelt. Das helvetische Gesteinspaket nördlich von Thuner- und Brienzersee dürfte dabei eine Distanz von rund 50 Kilometer zurückgelegt haben. Heute bildet dieses mit den Gebirgsketten Sibe Hängste – Hohgant und Sigriswilgrat das prägende Element des nördlichen Alpenrands. Es besteht aus 145–35 Millionen Jahre alten marinen Kalken, Mergeln und Sandsteinen. Die ursprüngliche Unterlage dieses Gesteinspakets befindet sich heute südöstlich des Brienzersees mit entsprechend älteren, 185–145 Millionen Jahre alten, marinen Kalken, Mergeln und Tonsteinen. Im Vorfeld der Alpen entwickelte sich eine Senke (Molassebecken). Diese füllte sich im Laufe der Zeit mit Abtragungsschutt aus den Alpen. In der späten Phase der Alpenbildung wurde der Südrand des Molassebeckens ebenfalls von der Gebirgsbildung betroffen und die Gesteinsschichten steilgestellt. Dieser als Subalpine Molasse bezeichnet Teil macht mit 27–23 Millionen Jahr alten Sandstein- und Nagelfluhbänken das Eriz aus.

Im jüngsten Abschnitt des Erdzeitalters wurde die Oberfläche durch Gletscher und Schmelzwasserbäche modelliert. Zahlreiche Moränen und Findlinge zeugen von dieser Zeit. Im ehemaligen Becken des Aaregletschers entwickelte sich ein grosser See, der im Laufe der Zeit durch Schutt der Lütschine und des Lombachs in zwei Becken gegliedert wurde und so zum heutigen Landschaftsbild mit Thuner- und Brienzersee führte. Aber auch im Untergrund verbirgt sich eine vielfältige Landschaft. In den mächtigen Kalkabfolgen entstand mit den St. Beatus-Höhlen eines der bedeutendsten Höhlensysteme der Welt.

Für Auskünfte:
Sandrine Klötzli, Stv. Leiterin Kommunikation swisstopo, +41 58 469 02 88, sandrine.kloetzli@swisstopo.ch

Geologische Karten – wozu?

Die Blätter des Geologischen Atlas der Schweiz, mit dem Blattschnitt und der Topografie der Landeskarte im Massstab 1:25000 als Basis, geben detaillierte Auskunft über die Geologie an der Oberfläche. Profile zeigen zudem einen Blick in die Tiefe und veranschaulichen den tektonischen Bau der Region. Der Geologische Atlas der Schweiz ist ein wichtiges Entscheidungsinstrument im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, wie Tunnelbau, Baugrunduntersuchung und Naturgefahren, aber auch eine Informationsquelle für die am Verständnis der Landschaft und ihrer Geschichte interessierte Bevölkerung.

Geschichtliches

1930 erschien mit Delémont das erste Atlasblatt. swisstopo geht heute von einer Bearbeitungszeit des gesamten Geologischen Atlas von rund 100 Jahren aus. In einem Kartenblatt stecken durchschnittlich 600 Arbeitstage. Die Hälfte der Arbeitszeit entfällt auf die Kartierung im Gelände und das Erstellen des Kartenoriginals. Die andere Hälfte wird für Redaktion und Produktion der Karte, der zugehörigen Erläuterungen und des Datensatzes benötigt.


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