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Wie eine kleine Wolke ganz gross wird

Eine Cloud im Ausland sorgt dafür, dass die Öffentlichkeit jederzeit Zugang zu Geoinformationen hat. Die Schalthebel bedient Hanspeter Christ. Er hat swisstopo mit Cloud Computing zu einer Pionierrolle verholfen.

02.05.2022 | DKW

Swisstopo Folio 2022

Kommt es in der Schweiz zu einem Hochwasser, tritt Hanspeter Christ zusammen mit seinem Team in Aktion. Der Leiter Geoinformatik weiss aus Erfahrung, dass nun mit einem Ansturm auf das Geoportal des Bundes geo.admin.ch zu rechnen ist. «Nachdem die Medien über ein Unwetter berichtet haben, steigen die Zahlen auf dem Geoportal des Bundes jeweils massiv an», sagt er. Fachleute und Privatpersonen holen sich dort wichtige Informationen, um eine Lagebeurteilung vorzunehmen. Um solche Spitzenzugriffe bewerkstelligen zu können, hat sich swisstopo gerüstet. «Mit der Nutzung von Public Cloud Services stellen wir sicher, dass eine maximale Nachfrage ohne Störung bewältigt werden kann», erklärt der IT-Spezialist.

 

Sogenannte Clouds sind externe Rechenzentren, deren Kapazität flexibel einsetzbar ist. Im Falle eines Unwetters sorgen die Verantwortlichen dafür, dass die Rechenkapazität, die dem Geoportal zur Verfügung steht, auf ein Vielfaches des normalen Tagesgangs hochgefahren und später wieder runterskaliert wird. Diese Elastizität bringt swisstopo viele Vorteile.

 

Das erste Bundesamt

Hanspeter Christ verfügt als Kultur- und Vermessungsingenieur nicht nur über technisches Know-how im Umgang mit Geodaten, sondern auch über ausgeprägtes Wissen im Bereich der Informationstechnologie, das er sich bei swisstopo im Lauf von 20 Jahren angeeignet hat. Als 2008 der Auftrag des Bundesrats zur Schaffung eines Bundes-Geoportals kam, übernahm er die Rolle des Systemarchitekten und leistete zusammen mit den Verantwortlichen Pionierarbeit: «Wir waren das erste Bundesamt, das mit einer strategisch wichtigen Anwendung den Schritt in die Cloud gewagt hat», erzählt er.

 

Erfolgreicher Start

Damals gab es als Anbieter einzig die Firma Amazon Web Services, mit der ein Vertrag abgeschlossen wurde. Im August 2010 hiess es dann: Go-live! Die Nachfrage war enorm. Dank der Cloud war die Schweiz eines der ersten Länder in Europa, welches das nationale Geoportal erfolgreich lancieren konnte. «Andere Nationen hatten aufgrund des Ansturms mit Systemausfällen zu kämpfen», weiss Hanspeter Christ. In der Schweiz kann die grosse Nachfrage nach Geodaten seit 2010 nur dank der Cloud erfolgreich bewältigt werden.

Swisstopo Folio 2022

Transport via Glasfaser

Die Cloud-Server stehen nicht etwa in Bern, sondern in Irland und Frankfurt. Dort sind die Rechenzentren der Betreiberfirma stationiert. In den Augen des Experten stellt diese Distanz kein Risiko dar, da die Originaldaten in der Schweiz gespeichert sind. «Die Primärdaten haben wir somit stets vollkommen unter Kontrolle», betont der Experte. Auch die Kopien gelangen auf sicherem Weg ans Ziel: swisstopo hat ebenso als erstes Bundesamt eine Glasfaserverbindung etabliert, auf welcher die Daten in die Cloud übermittelt werden.

Daten kostenlos nutzen

Die Nutzung der verschiedenen Serviceleistungen hat im Lauf von zehn Jahren um das zwanzigfache zugenommen. Auf dem Geoportal geo.admin.ch bewegen sich heute pro Tag 50‘000 bis 250‘000 Besucherinnen und Besucher. Grund dafür ist unter anderem die Open Government Data Strategie: swisstopo stellt seit März 2021 ein Grossteil der Daten und Produkte online kostenlos zur Verfügung. Würde man ein Rechenzentrum mit einer entsprechend grossen Kapazität innerhalb der Bundesverwaltung betreiben, wäre mit viel höheren Auslagen und gleichzeitig einer tieferen Flexibilität zu rechnen.
Die Cloud ermöglicht es, die Infrastruktur kurzfristig an die Nutzungsbedürfnisse anzupassen, will heissen: Man kann für ein paar Stunden alles hoch- und danach wieder runterfahren. «Die Anbieter vermieten ihre Server heute auf Sekundenbasis», verrät Hanspeter Christ. Im Fachjargon bezeichnet man dieses Verkaufsmodell mit «pay on demand».

Geoinformation als Service

Das Geoportal des Bundes geo.admin.ch ist eine Fachanwendung, die swisstopo zusammen mit vielen weiteren Geodiensten mittels Cloud Computing betreibt. Sie umfassen topografische Hintergrundkarten sowie umfangreiche Informationen über Wasserstände, Wildruhezonen und Naturgefahren. Ein weiterer Service steht mit dem Geolokalisierungsdienst swipos zur Verfügung, der eine zentimetergenaue Positionierung in Echtzeit über das gesamte Gebiet der Schweiz ermöglicht.


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