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Aarburg - Alpenhebung und Vermessungskonzept 1754

In Aarburg befinden sich gleich zwei für die Landesvermessung der Schweiz wichtige Phänomene bzw. Örtlichkeiten. Für die heutige Zeit bedeutsam ist die Fixpunktgruppe AG 471–476 des Landeshöhennetzes. Die aus sechs Punkten bestehende Gruppe ist um die Stadtkirche verteilt. Die Punkte wurden vor über 100 Jahren angelegt und sind immer noch erhalten.

Höhenfixpunktgruppe Aarburg

Kartenausschnitt Region Aarburg mit eingezeichneten Höhenfixpunkten
Höhenfixpunktgruppe Aarburg

Bei den Untersuchungen zur zeitlichen Dynamik der Höhenänderungen der Schweiz, zeigte sich in den 1970er- und 1980er-Jahren aufgrund der Auswertung alter Messungen, dass sich die Alpen gegenüber dem Mittelland immer noch um rund einen Millimeter pro Jahr heben. Die Höhenfixpunktgruppe von Aarburg erwies sich dabei als repräsentativ für die Höhenstabilität des schweizerischen Mittellandes gegenüber den Alpen. Sie hat somit für die Vertikalbewegungen der Schweiz die gleiche Funktion wie der Pierre du Niton im Hafenbecken von Genf für die Meereshöhe.

Das zweite mit Aarburg verbundene bedeutende vermessungshistorische Ereignis fand im Sommer 1754 statt. Am 26. Juni verfasste nämlich der Genfer Physiker und Geodät Jacques-Barthélemy Micheli du Crest (1690–1766), der als der am längsten inhaftierte politische Gefangene der Schweiz auf der Festung im sogenannten Laboratorium festgehalten wurde, ein wegweisendes mehrseitiges Konzept für die Vermessung der Schweiz. Es sah ein zweiteiliges Vorgehen in Form einer Landesvermessung (Basismessungen, Triangulationsnetze, topographische Kartenwerke in kleineren Massstäben) und einer Detailvermessung mit grossmassstäblichen Plänen vor.

Doch weil dieses von einem Staatsgefangenen stammte, verschwand es in einer Schublade einer bernischen Amtsstube, und es sollten noch mehr als 80 Jahre verstreichen, bis Dufour in Genf das Bureau topographique fédéral gründete. Micheli liess sich aber nicht entmutigen: Im Herbst 1754 erstellte er den "Prospect géométrique des Montagnes neigées", der immerhin als ältestes wissenschaftliches Alpenpanorama in die Literatur eingegangen ist.

Zeitgenössische Darstellung des Alpenpanoramas
Der Prospect géométrique von Aarburg von Micheli du Crest aus dem Jahre 1754.

Dokumentation


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