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St-Ursanne - Landesgeologie / Mont Terri Projekt

Die Landesgeologie ist der letzte Bereich, der zum Bundesamt für Landestopografie, swisstopo gestossen ist.

  • 1860 Gründung der „Schweizerischen Geologischen Kommission“ SGK. Ziel war es, für die Schweiz eine geologische Karte 1:100 000 herauszugeben.
  • 1965 Gründung der „Schweizerischen Geologischen Dokumentationsstelle“ SGD. Der Auftrag bestand darin, nicht veröffentlichte geologischen Dokumente zu sammeln, zu analysieren und sie den Nutzerinnen und Nutzern zugänglich zu machen.
  • 1985 Gründung der „Landeshydrologie und –geologie“ LHG mit einer neuen Abteilung „Geologie“ im „Bundesamt für Umweltschutz“ BUS.
  • 2006 Nach vielen Wechseln kam die Abteilung „Geologie“ zum „Bundesamt für Landestopographie“ swisstopo. Die Hydrogeologie blieb beim „Bundesamt für Umwelt“ BAFU.
  • 2007 Dank einem Bundesgesetz gibt es zum ersten Mal eine gesetzliche Grundlage für die Landesgeologie.
  • 2008 „Felslabor und geologische Tiefenlager“ (LFGT) und die Leitung des Felslabors Mont Terri wurde auf eine gute rechtliche Grundlage gestellt.

St. Ursanne
Wappen von St. Ursanne

Saint-Ursanne liegt auf 440 m ü. M., 8 km südöstlich des Bezirkshauptorts Porrentruy. Das historische Städtchen erstreckt sich im engen Tal des Doubs, am rechten Flussufer, zwischen den Juraketten des Lomont im Norden und des Clos du Doubs im Süden. 

Altstadt
Altstadt von St. Ursanne aus einiger Entfernung, links die Brücke über den Fluss Doubs

Das Felslabor Mont Terri

Felslabor
Nische im Tunnelsystem, Mitarbeiter des Forschungsteams arbeitet mit Laptop-Computer

Das Felslabor Mont Terri liegt nördlich von St-Ursanne im Kanton Jura. Es befindet sich rund 300 Meter tief unter der Erdoberfläche und ist über den Sicherheitsstollen des Mont-Terri Autobahntunnels der Transjurane erreichbar. Die Laborstollen in der Opalinustonschicht sind insgesamt zirka 500 Meter lang. Nachdem die ersten Experimente im Jahr 1996 in acht kleinen Nischen entlang des Sicherheitsstollens durchgeführt worden waren, wurde 1998 ein separater Forschungsstollen ausgebrochen, der 2004 und 2008 erweitert wurde.

Das Felslabor dient ausschliesslich Forschungszwecken; die Lagerung von radioaktiven Abfällen kommt hier nicht in Frage.

Internationale Forschungsplattform

Besucherzentrum
Eingang des Besucherzentrums von aussen, Landesfahnen der beteiligten Projektpartner

Das Bundesamt für Landestopografie (swisstopo) ist Betreiber des Felslabors und leitet das Mont-Terri- Projekt. An den unterirdischen Forschungsvorhaben beteiligen sich fünfzehn Organisationen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Japan, Kanada, Spanien, der Schweiz und den USA. Verschiedene weitere Länder ziehen Tongesteine ebenfalls als mögliche Wirtgesteine für geologische Tiefenlager in Betracht. Ein Wirtgestein ist das geologische Medium, in welchem die Lagerstollen für radioaktive Abfälle gebaut werden. Bei regelmässigen Treffen diskutieren die Projektpartner die Resultate laufender Experimente und beraten über die Durchführung und Finanzierung neuer Experimente.

Know-how für alle

Das Know-how aus dem Felslabor Mont Terri kann in Zukunft auch mit anderen Forschungszweigen ausgetauscht werden, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Entsorgung von chemischen Abfällen oder in der Erdölindustrie, der CO2 Speicherung und der Tiefengeothermie. 


Bundesamt für Landestopografie swisstopo Seftigenstrasse 264
Postfach
3084 Wabern
Tel.
+41 58 469 01 11

E-Mail

Bundesamt für Landestopografie swisstopo

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