print preview

Kostenlose Geobasisdaten (OGD)

swisstopo will seine amtlichen Daten und Produkte online kostenlos zur freien Nutzung zur Verfügung stellen. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen der Open Government Data Strategie 2019 – 2023 (OGD Strategie). Am 3. April 2020 hat der Bundesrat eine Teilrevision der Geoinformationsverordnung beschlossen. Bevor die revidierte Verordnung in Kraft treten kann, braucht es noch die Zustimmung des Parlaments. Dieses muss den mit der kostenlosen Abgabe verbundenen Rückgang von Einnahmen genehmigen.



Worum geht es?

Bereits heute stellt swisstopo zahlreiche Online-Tools und Geodaten kostenlos zur Verfügung. Diese können bei swisstopo direkt oder auf der Plattform opendata.swiss bezogen werden.

Künftig sollen alle digitalen Standardprodukte von swisstopo, wie beispielsweise die digitalen Karten, Luftbilder und Landschaftsmodelle, kostenlos abgegeben und frei genutzt werden können. Diese werden so bereitgestellt, dass sie von den Nutzerinnen und Nutzern selbständig vom Internet heruntergeladen werden können.

Damit swisstopo seine Geodaten kostenlos abgeben kann, müssen mehrere Rahmenbedingungen erfüllt sein. Einen ersten Schritt hat der Bundesrat am 3. April 2020 mit der Anpassung der Geoinformationsverordnung gemacht. Sie bildet die gesetzliche Grundlage für die kostenlose Abgabe aller digitalen Standardprodukte von swisstopo. Die damit verbundenen Mindereinnahmen von jährlich 4 bis 5 Millionen Franken müssen vom Parlament in der Budgetdebatte vom Dezember 2020 noch genehmigt werden. Erst dann sind alle Bedingungen erfüllt, um ab dem 1. März 2021 die Daten kostenlos zur Verfügung zu stellen.
 

Medieninformationen


Meilensteine

Meilensteine für die Umsetzung von Open Government Data bei swisstopo
Datum Meilenstein
3.04.2020 Bundesratsbeschluss zur Anpassung der Geoinformationsverordnung
Dezember 2020 Budgetberatung in den Eidgenössischen Räten
1.03.2021 Inkrafttreten der Verordnungsanpassung
Ab 1.03.2021 Daten können im Internet kostenlos bezogen werden

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hintergründe

Ab 1. März 2021, unter der Voraussetzung, dass das Budget 2021 im Parlament genehmigt wird, sowie die technischen Rahmenbedingungen für eine kostenlose Abgabe geschaffen sind.

Kostenlos heisst ohne Kosten oder Gebühren für die digitalen Standardprodukte. Diese können von den Nutzerinnen und Nutzern ohne zusätzliche Bearbeitung kostenlos auf dem Internet heruntergeladen werden.

Dass die Phase bis zur Inkraftsetzung so lange dauert, hat im Wesentlichen drei Gründe:

  • Die Anpassung der Geoinformationsverordnung hat bei swisstopo einen geschätzten finanzwirksamen Ertragsrückgang von 4 bis 5 Millionen Franken zur Folge. Dieser Rückgang braucht die Zustimmung des Parlaments. Der Entscheid dazu fällt mit der Budgetgenehmigung des Voranschlags 2021 im Dezember 2020.
  • Damit bei einem positiven Entscheid des Parlaments die Geodaten kostenlos abgegeben werden können, braucht es bei swisstopo eine Anpassung der IT-Systeme. Die Anpassung nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch, so dass ein kostenloser Datenbezug frühestens ab 1. März 2021 erfolgen kann.
  • Die frühzeitige Bekanntgabe des kostenlosen Datenbezugs hat zudem den Vorteil, dass sich heute bezahlende Kunden auf die neue Situation einstellen und ihrerseits die nötigen Vorbereitungen treffen können.
     

swisstopo ist bis heute durch die gesetzlichen Grundlagen verpflichtet Gebühren zu verlangen.

Nach dem Verursacherprinzip sollen jene Bürger für Leistungen des Staates bezahlen, die sie tatsächlich nutzen. Mit dem Verzicht auf Gebührenerhebung bezahlen alle Bürger mit ihren Steuergeldern. Für den Wechsel zu OGD braucht es deshalb eine übergeordnete Strategie des Bundes, nicht nur für swisstopo.

Datenabgabe

Die dereinst gebührenbefreiten Geodaten sollen via swisstopo.ch / map.geo.admin.ch und opendata.swiss bezogen werden können. Die verbleibenden kostenpflichtigen Produkte und Dienstleistungen (z.B. Verlagsprodukte Print und Software-Lizenzen) werden über den bisherigen Online-Shop von swisstopo bezogen.

Künftig sollen die digitalen Standardprodukte von swisstopo kostenlos abgegeben werden.

Die wichtigsten digitalen Standardprodukte, welche in einer Form bereitgestellt werden, die ein selbständiges Heruntergeladen erlauben, sind:

  • SWISSIMAGE
  • swissALTI3D
  • swissTLM3D
  • swissSURFACE3D
  • swissTLMRegio
  • Swiss Map Raster
  • Swiss Map Vector
  • swissBOUNDARIES3D
  • swissBUILDINGS3D
  • swissNAMES3D
  • swissBATHY3D
  • DHM25
  • GeoCover
  • Digitaler Datensatz der Landeskarten mit Schneesportthematik
  • Amtliche Verzeichnisse zu Ortschaften, Strassen und Gebäuden
     

Für den Bezug von Produkten in einer Form, die nicht zum selbständigen Herunterladen bereitgestellt wird, werden weiterhin Bereitstellungsgebühren verlangt.

  • swisstopo geoservices - WMS
  • swisstopo web access – WMTS
  • swisstopo Vektortiling-Dienste
     

Nein, alle Printprodukte sowie gewerbliche Produkte und Dienstleistungen sind weiterhin kostenpflichtig. Dazu gehören auch Papierkarten.

Die App Swiss Map Mobile kann man schon heute kostenlos herunterladen und sämtliche Karten online betrachten. In der Gratis-Version kann eine beliebige Fläche von 10 x10 km zur offline-Verwendung abgespeichert werden. Mit dem Jahresabonnement von CHF 38.- kann eine beliebig grosse Fläche für 12 Monate offline auf dem Gerät gespeichert werden.

Bei OGD wird diese Jahresgebühr wegfallen. Zudem wird Swiss Map Mobile Mitte 2020 durch die neue swisstopo-App abgelöst.

Nein. Die Kosten für die Herstellung der Papierkarten wie Druck und Papier sind nicht von OGD betroffen. Auch nicht die Margen für die Wiederverkäufer. Daher werden die Endverkaufspreise nicht geändert.

Es werden jene Daten kostenlos angeboten, welche von den Nutzerinnen und Nutzern selbständig über das Internet heruntergeladen werden können und bei swisstopo somit keinen Bereitstellungsaufwand verursachen (= Digitale Standardprodukte).

In einem ersten Schritt werden die am meisten gefragten digitalen Standardprodukt zum selbständigen Herunterladen bereitgestellt. Das Angebot könnte in Zukunft aber auf weitere Geobasisdaten des Bundes, welche in der Zuständigkeit von swisstopo liegen, ausgebaut werden.

Die Datensätze umfassen die digitalen Standardprodukte. Es sind dies weit über ein Dutzend Datensätze.

Alle digitalen Standardprodukte und was selbständig heruntergeladen werden kann.

Alte, auch digitale Daten, welche von swisstopo aufbereitet (z.B. spezielle Datenformate oder spezielle Ausschnitte), bereitgestellt und der Zugang ermöglicht werden muss, sind kostenpflichtig.

Ja, die Gratisabgabe hat keinen Einfluss auf die Qualität der swisstopo Geodaten. Das Ziel von OGD besteht darin, die Qualität in den Bereichen der Anwendenden zu steigern. Dies verstärkt den Anspruch.

Die kostenlosen, digitalen Standardprodukte stehen als «Service Public» jedem und jeder zur Verfügung. Das Ziel ist eine möglichst breite und vielseitige Anwendung der vorhandenen Daten. Angesprochen werden aber primär jene Zielgruppen, die mit den Daten von swisstopo arbeiten. Also die öffentliche Hand, professionelle Nutzer und private Nutzer.

Die spezielle Aufbereitung von Daten; spezielle Formate; (noch) nicht downloadbare Daten; gewerbliche Produkte und Dienstleistungen; gedruckte Produkte; swipos.

Beim Swiss Positioning Service (swipos) handelt es sich um einen Mehrwertdienst, bei dem in Echtzeit für den aktuellen Standort des Kunden aus den Messdaten (= Geobasisdaten) des Automatischen GNSS-Netzes Schweiz (AGNES) Korrekturdaten berechnet werden, welche eine Zentimeter-Genaue Positionsbestimmung ermöglichen. Zudem ist in swipos auch die Transformation zwischen den verschiedenen Lage- und Höhenbezugsrahmen integriert. Die mit dem Dienst den Kunden zur Verfügung gestellten Daten werden speziell aufbereitet.

Datenverwendung

Ja, das Ziel ist eine möglichst breite und vielseitige Anwendung der vorhandenen Daten.

Nein, es müssen keine Gebühren bezahlt werden. Die digitalen Standardprodukte stehen als «Service Public» jedem und jeder kostenlos zur Verfügung.

Nein, eine Bewilligung ist nicht nötig. Hingegen braucht es bei der Verwendung eine Quellenangabe.

Ja. Die Nutzungsbedingungen erlauben eine freie Nutzung für alle Zwecke. Sie verpflichten aber die Nutzenden zu einer Quellangabe.

Die Nutzung von Creative Commons Lizenzen, wie sie heute üblich und allgemein verbreitet sind, ist nicht vereinbar mit den gesetzlichen Grundlagen (GeoIG, GeoIV). Die Geodaten von swisstopo werden mit Nutzungsbedingungen abgegeben, welche den gesetzlichen Grundlagen entsprechen. Die Nutzungsbedingungen erlauben eine freie Nutzung für alle Zwecke und verpflichten die Nutzenden zu einer Quellangabe.

Die Geodaten von swisstopo werden mit Nutzungsbedingungen abgegeben, welche den gesetzlichen Grundlagen entsprechen. Die Nutzungsbedingungen erlauben eine freie Nutzung für alle Zwecke und verpflichten die Nutzenden zu einer Quellangabe.

Wenn Sie einen Standardnutzungsvertrag (Nutzungsbedingungen für Privatlizenz, Geschäftslizenz, Geschäftslizenz Plus, Schullizenz) für Geodaten haben, die nun neu unter OGD fallen, gelten ab der Einführung von OGD automatisch die neuen Nutzungsbedingungen für Geodaten von swisstopo. Diese erlauben viel mehr als der bestehende Nutzungsvertrag. Wenn Sie einen speziellen Vertrag mit swisstopo haben, werden Sie von swisstopo kontaktiert. Normalerweise wird der Vertrag mit der Einführung von OGD annulliert und Sie dürfen die Daten oder Dienste weiternutzen.

Das Geodatenabonnement wird nicht mehr weitergeführt. Update-Lieferungen werden nicht mehr ausgeliefert. Die Nutzerinnen und Nutzer laden die aktuellsten Daten jeweils selber von der Internetseite von swisstopo, von map.geo.admin.ch oder von opendata.swiss herunter. Eine kostenpflichtige automatische Lieferung der Updates auf Datenträger ist weiterhin möglich.

Die Geodaten, die vor Einführung von OGD gekauft wurden, dürfen ab Einführung von OGD kostenlos genutzt werden. Es gelten die neuen Nutzungsbestimmungen für OGD Geodaten von swisstopo.

Finanzen, Personal, Recht, Politik

Nein, swisstopo verschenkt nicht sein Tafelsilber. Die Produktion der Geodaten von swisstopo wird mit Geldern der Öffentlichkeit finanziert und die Daten sollen deshalb für die Öffentlichkeit auch frei und kostenlos zugänglich sein.

Heute nutzen bereits viele die «vermeintlich» Gratis-Geodaten der grossen internationalen Konzerne. Mit den aktuell erhobenen Gebühren treiben wir als Staat die Kunden zusätzlich in die Arme genau dieser Konzerne, da sich die kostenlose Verfügbarkeit von Geodaten im Internet als Standard etabliert hat. Der Staat sollte es grundsätzlich ermöglichen, dass diejenigen, die es wollen zu gleichen Bedingungen auch die Geodaten von swisstopo nutzen können und so eine echte Auswahl besteht.

swisstopo verschafft sich selber damit keinen Mehrwert. Es schafft aber einen Mehrwert für die Volkswirtschaft. Die freie und kostenlose Abgabe der digitalen Geodaten schafft ein Potenzial für gesellschaftlichen Nutzen und kann die Basis legen für betriebliches und volkswirtschaftliches Wachstum. Innovative Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen können damit neue Anwendungen und Informationsdienstleistungen entwickeln. Für solche Anwendungen hat swisstopo keinen gesetzlichen Auftrag.

Der Rückgang der Einnahmen beläuft sich insgesamt auf 10-12 Mio., davon 4-5 Mio. finanzierungswirksam.

Gemäss Verursacherprinzip sind alle Verwaltungseinheiten des Bundes aufgefordert, ihre Leistungen angemessen in Rechnung zu stellen (Aequivalenzprinzip). Im VBS wird in den Budgetvorgaben verlangt, dass die Einnahmen für die nächste Voranschlags-Periode jeweils dem Durchschnitt der letzten vier Jahre entsprechen.

Mit der Einführung von OGD kann swisstopo diese Budgetvorgabe nicht einhalten. Der Kostendeckungsgrad von swisstopo wird entsprechend auf unter 20% sinken. Das Rechnungsergebnis des Bundes wird weniger gut. Der Einfluss von swisstopo auf das Rechnungsergebnis des Bundes ist betragsmässig allerdings sehr gering.

Nein. Mit der kostenlosen Abgabe der Geodaten hat swisstopo jedes Jahr einen finanzwirksamen Rückgang seiner Einnahmen von 4-5 Millionen Franken. Dieser Betrag wird durch die Bundeskasse gedeckt. Am gesamten Rechnungsergebnis des Bundes ist dieser Betrag allerdings ein sehr geringer Anteil, der sich nicht auf die Bundessteuern auswirkt.

Ein Grossteil der swisstopo-Geodaten wird im Rahmen der staatlichen Tätigkeit erstellt. Der Erlös aus Nutzungsgebühren steht nicht im Zentrum. Mit der kostenlosen Abgabe der Daten sollen aber neue Produkte und Anwendungen entstehen können, die letztlich aus gesamtwirtschaftlicher Sicht einen Mehrwert generieren.

Behördendaten entstehen bzw. werden im Rahmen der Tätigkeit der Verwaltung gesammelt. Sie sind damit über Steuergelder finanziert und öffentliches Gut. Der gesetzliche Auftrag einer Behörde, die Verarbeitungsstufe der Daten und der Aufwand für eine allfällige Publikation beeinflussen, welche Daten wie publiziert werden. Die Privatwirtschaft kann mit diesem Datenrohstoff durch Weiterverarbeitung/Veredelung wiederum neue Geschäftsmodelle entwickeln. Das wirtschaftliche Potenzial dieser Weiterverarbeitung von Daten ist gemäss diversen Studien beträchtlich.

Ja, grundsätzlich sind alle Daten längerfristig unter dem angegebenen Link verfügbar, wenn sie beim Datenproduzenten gespeichert sind.

Gesetzestexte

  • Geoinformationsverordnung
    Provisorische Fassung. Massgebend ist die definitive Fassung, welche unter www.bundesrecht.admin.ch veröffentlicht werden wird.
    PDF, 4 Seiten, 488 KB, Deutsch
  • Gebührenverordnung swisstopo
    Provisorische Fassung. Massgebend ist die definitive Fassung, welche unter www.bundesrecht.admin.ch veröffentlicht werden wird.
    PDF, 6 Seiten, 501 KB, Deutsch
Bundesamt für Landestopografie swisstopo Seftigenstrasse 264
Postfach
3084 Wabern
Tel.
+41 58 469 01 11

E-Mail


Zuständige Stelle

Kommunikation und Web
E-Mail

Bundesamt für Landestopografie swisstopo

Seftigenstrasse 264
Postfach
3084 Wabern

Karte

Karte ansehen