LHN95

Im Zuge der neuen Landesvermessung LV95 entstand auch das Bedürfnis nach einem neuen Höhenbezugsrahmen. LHN95 ist ein potentialtheoretisch strenges Höhensystem, das auch die kinematischen Phänomene (tektonische Hebung der Alpen) berücksichtigt. Ausgangspunkt von LHN95 ist der Fundamentalpunkt der neuen Landesvermessung in Zimmerwald.

Landeshöhennetz LHN95

Das bisher gebräuchliche Höhensystem LN02 von 1902 ist ein sogenanntes Gebrauchshöhensystem, berechnet aus rohen, nivellierten Höhendifferenzen. Bei der Berechnung von LN02 wurden neue Nivellementsmessungen in die alten Höhenwerte der Knotenpunkte des Netzes verzwängt. Aus tektonischen Gründen werden die Alpen im Vergleich zum Mittelland jährlich bis zu 1.5 mm angehoben. Die fixierten Höhenwerte sind deshalb heute nicht mehr repräsentativ. Da zudem bei der Berechnung die Einflüsse des Schwerefeldes vernachlässigt wurden, enthält LN02 systematische Höhenabweichungen gegenüber einem potential-theoretisch strengen System.

Im Zuge der neuen Landesvermessung LV95 entstand auch das Bedürfnis nach einem neuen Höhenbezugsrahmen LHN95. Dieser soll streng orthometrische Höhen enthalten, welche sich unter Zuhilfenahme des neuen Geoidmodells der Schweiz (CHGeo2004) mit einer Genauigkeit von 1-3 cm in ellipsoidische GPS-Höhen umwandeln lassen. Ausgangspunkt von LHN95 ist der Fundamentalpunkt der neuen Landesvermessung in Zimmerwald. Das Höhendatum wurde aber so gewählt, dass der Referenzwert des «Repère Pierre du Niton» genähert beibehalten wird. Diese Höhen sind vor allem für die Landesvermessung von Bedeutung und unterscheiden sich von den LN02-Höhen (offizielle Gebrauchshöhen der Schweiz) um maximal 50 cm.

 

Differenzen zwischen LHN95 zu LN02 in [m]
Differenzen zwischen LHN95 zu LN02 in [m]

LHN95 ist ein potentialtheoretisch strenges Höhensystem, das auch die kinematischen Phänomene (tektonische Hebung der Alpen) berücksichtigt.

Nachfolgend werden die Kernpunkte von LHN95 nochmals festgehalten:

  • Kinematische Ausgleichung des Landesnivellements
  • Basis: geopotentielle Koten (± 15 mgpu, 1 Sigma)
  • Orthometrisches Höhensystem
  • Berücksichtigung der Alpenhebungen
  • Miteinbezug von GPS-Beobachtungen (mit bekanntem Geoid)


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