GeoMol

Ein geologisches 3D-Modell des Schweizer Mittellands

Die Landesgeologie von swisstopo hat zusammen mit fünf Partnern im Rahmen des Projekts GeoMol ein geologisches Modell des Molassebeckens erstellt. Während vier Jahren erarbeiteten Fachleute ein Modell, das den geologischen Aufbau unter dem dicht besiedelten Mittelland dreidimensional zeigt. Abgebildet sind zwölf geologische Schichten sowie die wichtigsten Störungszonen.

 

Als Grundlagen für das Modell diente ein breites Spektrum an Daten. Die oberste Lage des Modells entspricht der Erdoberfläche und beruht primär auf den geologischen Karten und dem digitalen Höhenmodell von swisstopo. Im untiefen Bereich (bis zu mehreren 100 Metern) wurden geologische Profile und einige Tausend Bohrungen als Grundlagen verwendet. Für den tiefen und volumenmässig grössten Anteil des Modells wurden ungefähr 5000 Kilometer seismische Daten und Daten von mehr als 60 Tiefbohrungen verwendet. Diese Daten, haben Öl- und Gasexplorationsfirmen erhoben und dem Projekt GeoMol zur Verfügung gestellt. Ihnen ist es unter anderem zu verdanken, dass diese dreidimensionale Darstellung von geologischen Schichten und Brüchen des Untergrunds überhaupt realisiert werden konnte.

 

Nutzen von GeoMol

Die Anwendungsmöglichkeiten eines solchen Modells sind vielfältig. Eine verlässliche Darstellung des Untergrunds hilft z.B. bei der Förderung und Gewinnung von mineralischen Rohstoffen und der Tiefenlagerung. Aktuelle Anwender von GeoMol sind die Projektleiter von Cargo-Sous-Terrain (CST) sowie Fachleute der Geothermie-Projekte in der Westschweiz. GeoMol spielt auch eine Rolle in der Raumplanung. Mit steigender Nachfrage und Nutzung des Untergrunds treten vermehrt auch raumplanerische Aspekte in den Vordergrund.

 

Projekt GeoMol abgeschlossen – wie weiter?

Die Landesgeologie wird GeoMol nachhaltig pflegen, bei Bedarf aktualisieren und verfeinern, sofern neue Daten vorhanden sind. Erste Folgeprojekte sind bereits in der Umsetzung: Temperaturdaten und grobe Temperaturmodelle des Untergrunds sollen in das geologische Strukturmodell von GeoMol eingearbeitet werden, damit GeoMol als Planungsinstrument für die Nutzung von Erdwärme und Geothermie dienen kann. Es sind auch weitere Anwendungsbereiche wie die CO2-Sequestrierung oder das Darstellen von Erdbebenrisiken denkbar. Nicht zuletzt soll das Modell aber allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich ein Bild des tiefen Untergrunds zu machen.

 

 

Das Modell wurde realisiert mit der freundlichen Unterstützung von:

1. Aktiengesellschaft für schweizerisches Erdöl (SEAG) und Nagra (Datenherren)

2. Université de Genève, Musée cantonale du Vaud, Université de Fribourg, Universitäten Bern und Basel (Partner)

3. St. Galler Stadtwerke, SBB, Swissgas, Bundesamt für Strassen ASTRA, ETH Zürich, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (LGRB Deutschland), Bureau de recherches géologiques et minières (BRGM, Frankreich)

4. Die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Bern, Freiburg, Genf, Glarus, Graubünden, Luzern, Neuenburg, Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Tessin, Thurgau, Uri, Waadt, Wallis, Zug, Zürich (Finanzierung und Datenlieferanten) 


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