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Mineralische Rohstoffe

Mineralische Rohstoffe wie Kies, Sand, Kalk und Ton finden breite Anwendung in der Bauwirtschaft und können zu einem grossen Teil in der Schweiz abgebaut werden. Die Schweiz importiert aber auch viele Rohstoffe, insbesondere Energierohstoffe und Metalle, einschliesslich der für die Energiewende wichtigen Spezialmetalle und seltenen Erden.

Steinbruch Untervaz (GR)
Steinbruch Untervaz (GR)
© Holcim (Schweiz) AG

Vieles, was wir im täglichen Leben brauchen, wird aus mineralischen Rohstoffen hergestellt. Dazu gehören Baurohstoffe (z.B. Kies, Sand, Kalk, Ton), Metalle und Industrieminerale wie Salz und Gips. Mineralische Rohstoffe haben sich im Laufe der Erdgeschichte durch geologische Prozesse gebildet und wachsen in unserem Zeitverständnis nicht nach. Gewisse mineralische Rohstoffe, wie z.B. Baurohstoffe, sind in der Schweiz in ausreichenden Mengen vorhanden, andere, wie Energierohstoffe, Metalle und seltene Erden, müssen zum Teil oder vollständig importiert werden, da sie in der Schweiz nicht oder nur in geringen Mengen vorkommen oder nicht wirtschaftlich abbaubar sind.

Wegen des hohen Bedarfs an Baurohstoffen besteht ein öffentliches Interesse an einer gesicherten Versorgung der Schweiz.

Der Abbau von Rohstoffen führt jedoch zu einem Druck auf Umwelt, Klima, Landschaft und Bevölkerung. Im Zusammenhang mit mineralischen Rohstoffen in der Schweiz bestehen die Interessenskonflikte insbesondere mit Natur- und Landschaftsschutz, Landwirtschaft, Lärmschutz, Wald, Luftreinhaltung, Verkehrsinfrastruktur, Grundwasser sowie lokalen oder regionalen wirtschaftlichen Interessen wie Bau- und Gewerbezonen oder Tourismus.

Als natürliche geologische Rohstoffvorkommen sind mineralische Rohstoffe standortgebunden und räumlich begrenzt. Es ist daher sinnvoll, Rohstoffe sparsam zu nutzen und den Verbrauch, wo möglich und sinnvoll, zu senken. Zusätzlich kann der Bedarf an Primärrohstoffen durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen reduziert werden. Es kann keine dauerhafte Lösung sein, in der Schweiz vorhandene mineralische Rohstoffe über weite Distanzen aus dem Ausland zu importieren. Die Nutzung von lokalen mineralischen Rohstoffen ist aus wirtschaftlicher und ökologischer Perspektive sowie in Bezug auf die Versorgungssicherheit sinnvoll.

Zement spielt bei der Realisierung von zahlreichen Bau- und Infrastrukturprojekten eine zentrale Rolle. Die zur Herstellung geeigneten Rohstoffe Kalk und Mergel treten entlang des Jurabogens zwischen Genf und Schaffhausen, in den nördlichen Alpen sowie in Teilen der Südalpen auf.

Die sechs schweizerischen Zementwerke bauen die Rohstoffe in Steinbrüchen ab und verarbeiten sie in ihren Anlagen zu Zement. Der Bedarf an Zement beträgt in der Schweiz rund 5 Millionen Tonnen pro Jahr und wurde 2019 zu 86% durch die schweizerische Zementindustrie gedeckt.

Die Erweiterung von bestehenden sowie die Erschliessung neuer Abbaugebiete ist infolge überlagernder Nutzungs- und Schutzinteressen teilweise erschwert. Ein gesicherter und langfristiger Zugang zu den nötigen Rohstoffen ist eine Herausforderung für die zukünftige nationale Versorgung mit Zement.

Der Rohstoff Hartstein wird für den Bau und Unterhalt der nationalen Verkehrsinfrastruktur eingesetzt und ist somit zentral für die Mobilität der Schweiz. Als Hartstein werden in der Schweiz im wesentlichen Kieselkalk und besonders harter Sandstein verwendet, welche die erforderlichen Kriterien erfüllen (insb. Druck- und Abriebfestigkeit und hoher Anteil an harten Mineralen). Geeignete Gesteinseinheiten treten vorwiegend entlang der nördlichen Alpen zwischen Bodensee und dem Genfersee sowie untergeordnet im Südtessin auf.

An acht Standorten wird hochqualitativer Hartstein in Steinbrüchen abgebaut und zu Hartsteinprodukten wie Schotter und Splitt aufbereitet. Der Hartsteinbedarf liegt bei durchschnittlich 2,4 Millionen Tonnen pro Jahr, wovon rund 90% durch die inländische Hartsteinindustrie gedeckt werden (Stand 2019).

Die nationale Versorgung mit inländischem Hartstein könnte mittelfristig abnehmen, sofern es nicht möglich ist, neue Rohstoffreserven zu erschliessen. Oft stehen geeignete Vorkommen in Konflikt mit Landschaftsschutzinteressen.

Mit dem Einsatz von Sekundärrohstoffen aus Recyclingquellen werden Stoffkreisläufe geschlossen und der Verbrauch an Primärrohstoffen reduziert. Heute werden bereits zwei Drittel des Rückbaumaterials in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Ein Drittel gelangt auf Deponien.

Die Sekundärrohstoffe können die Primärrohstoffe bisher – trotz technologischer Entwicklungen – nur zu einem geringen Teil substituieren. Primärrohstoffe spielen also eine zentrale Rolle bei der Herstellung von Baustoffen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) nimmt im Rahmen der Arbeiten zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft die Möglichkeiten zur Förderung der Substitution von Primärrohstoffen durch Sekundärrohstoffe, insbesondere auch des vermehrten Einsatzes von kreislauffähigen Materialien, auf.

Die Rolle der Landesgeologie

Gestützt auf den «Bericht mineralische Rohstoffe» von swisstopo (2017) und den Aktionsplan «Grüne Wirtschaft» hat der Bundesrat die Landesgeologie gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) beauftragt, periodisch aktualisierte, faktenbasierte Rohstoffsicherungsberichte zu den inländischen nichtenergetischen mineralischen Rohstoffen zu erarbeiten. Diese Berichte zeigen den aktuellen Verbrauch und den Stand der Versorgung der Schweiz mit den entsprechenden Rohstoffen auf und schätzen den kurz- bis mittelfristigen nationalen Bedarf ab.

Die Landesgeologie erarbeitet zusammen mit der Fachgruppe Georessourcen Schweiz, dem Netzwerk Mineralische Rohstoffe NEROS sowie mit den Kantonen, Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern, anderen Bundesämtern und Hochschulen weitere Grundlagedaten zu natürlichen Rohstoffvorkommen sowie zu den Rohstoffflüssen in der Schweiz. Die dadurch gewonnenen Rohstoffinformationen werden der Öffentlichkeit als Berichte, digitale Karten, Modelle oder Datenbanken zur Verfügung gestellt.

Ergänzend nimmt die Landesgeologie an diversen Rohstoff-Projekten von Eurogeosurveys (EGS) teil.


Bundesamt für Landestopografie swisstopo Seftigenstrasse 264
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