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Neue Aufgaben und Topografisches Landschaftsmodell

Wandel und Innovation prägen die neueste Geschichte und die Gegenwart von swisstopo: Die Tätigkeitsbereiche des Bundesamtes erweiterten sich, die rechtlichen Grundlagen wurden den Erfordernissen der Zeit angepasst und das Topografische Landschaftsmodell (TLM) gestaltet die Geodatenproduktion grundlegend um.

1998–2005     Erich Gubler
2006–2014     Jean-Philippe Amstein
2014–               Fridolin Wicki

1941–              Wabern, Seftigenstrasse 264

1979–2003
Bundesamt für Landestopographie
Office fédéral de la topographie
Ufficio federale di topografia


2004–
Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Office fédéral de topographie swisstopo
Ufficio federale di topografia swisstopo

Landscape design createt with topographic landscape model data
Die Schweiz in 3D: Das Topografische Landschaftsmodell

Erweiterte Tätigkeitsbereiche

In der jüngsten Phase der Amtsgeschichte stiessen die Eidgenössische Vermessungsdirektion (1999) und die Landesgeologie (2006) zu swisstopo hinzu; die «Koordinationsstelle für geografische Informationen und Geografische Informationssysteme in der Bundesverwaltung» KOGIS nahm im Jahre 2000 den Betrieb auf.

Bundesgesetz über Geoinformation

2008 trat das Bundesgesetz über Geoinformation in Kraft. Es zielt darauf ab, dass aktuelle Geodaten des gesamten Schweizer Gebiets für Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung zeitnah, niederschwellig und nachhaltig bereitgestellt werden.

Dieser Gesetzesauftrag fand nicht zuletzt im 2009/2010 aufgebauten Geoportal des Bundes Ausdruck. Es stellt der Öffentlichkeit relevante Geoinformationen zahlreicher Bundesämter zur Verfügung.

Als geodätische Grundlage kamen hierbei bereits die Koordinaten der neuen Landesvermessung (LV95) zum Einsatz, die 2007 das Landeskoordinatensystem von 1903 ablösten (LV03). Seit 2018 lässt sich die Schweiz im Geoportal des Bundes auch in 3D betrachten.

Das Topografische Landschaftsmodell

Parallel zu den strukturellen Veränderungen wandelten sich auch die Arbeitsprozesse von swisstopo. Digitale Geodaten waren keine Ableitungen der analogen Karten mehr, sondern die Karten leiteten sich aus dem digitalen Modell ab.

Der Startschuss für diese Umkehrung fiel 2001, als die digitale Kartografie die 1953 eingeführte Schichtgravur auf Glas endgültig ablöste. Aber erst mit dem seit 2008 betriebenen Topografischen Landschaftsmodell wendet sich das Verhältnis von Karte und digitalem Modell. Die 3D-Geodatenbasis fusst direkt auf den Daten, die aus der topografischen Aufnahme gewonnen werden.

Neue Landeskarten

Die «Neuen Landeskarten» entstehen seit 2011 aus den Daten der Digitalen Kartografischen Modelle (DKM), die wiederum auf Basis des TLM erarbeitet werden. Damit ist ein Zugewinn an Flexibilität verbunden, der den Neuen Landeskarten eine optimierte Darstellung ermöglicht. Letztere dient vor allem der besseren Lesbarkeit und der Anpassung an neue Kundenbedürfnisse.

2016 zeigte sich die neue Flexibilität der Kartenproduktion durch TLM und DKM besonders deutlich: Die Landeskarte erschien erstmals überhaupt im Massstab 1:10 000, und dies ausschliesslich digital.

 

 

 
 

1999: Eidgenössische Vermessungsdirektion stösst zum Bundesamt für Landestopographie

Die Eidgenössische Vermessungsdirektion stösst zum Bundesamt für Landestopographie.

2000: KOGIS nimmt den Betrieb auf

KOGIS (Koordinationsstelle für geografische Informationen und Geografische Informationssysteme in der Bundesverwaltung) nimmt den Betrieb auf.

2000: Digitales Terrainmodell der amtlichen Vermessung (DTM-AV)

Beginn der Erfassung eines digitalen Terrainmodells der amtlichen Vermessung (DTM-AV) mit einer Genauigkeit in der Grössenordnung von 1 m (Projekt Landwirtschaftliche Nutzflächen LWN).

2001: Namensdatenbank swissNAMES verfügbar

Unter der Produktbezeichnung swissNAMES wird die Namendatenbank mit rund 190 000 geografischen Eigennamen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

2001: Ablösung der Schichtgravur auf Glas durch die digitale Kartografie

Mit dem Jahreswechsel 2000/2001 wird die Schichtgravur auf Glas definitiv durch die digitale Kartografie abgelöst. Als letztes analog nachgeführtes Kartenblatt erscheint Blatt 39 Flüelapass.

2003: Bundesrat genehmigt Umsetzungskonzept für Nationale Geodaten-Infrastruktur

Am 16. Juni 2003 genehmigt der Bundesrat das durch KOGIS erarbeitete Umsetzungskonzept zur Strategie für Geoinformation beim Bund. Das Umsetzungskonzept hat zum Ziel, eine Nationale Geodaten-Infrastruktur (NGDI) aufzubauen. Dies führt bei swisstopo zu einem Paradigmenwechsel: an Stelle des betriebswirtschaftlichen Fokus, wird neu der volkswirtschaftliche Nutzen ins Zentrum gestellt. 

2004: SWISSIMAGE deckt das gesamte Gebiet der Schweiz ab

In diesem Jahr wird die geplante Flächendeckung des Produkts SWISSIMAGE realisiert. Das bedeutet, dass jeder Quadratmeter der Schweiz in einem homogenen Orthofotomosaik mit 50 cm Bodenpixelauflösung zur Verfügung steht. 

2005: Neue digitale Luftbildkamera des Typs ADS40 beschafft

Für die Luftbildaufnahmen wird eine neue digitale Luftbildkamera des Typs ADS40 beschafft. Sie steht per sofort für die Nachführung des Orthofotomosaiks SWISSIMAGE und mit der Umstellung von der analytischen auf die digitale Fotogrammetrie bei der topografischen Aufnahme auch für die Nachführung der Landeskarten im Einsatz. Für die SWISSIMAGE Befliegungen mit der ADS40 wird die Flugplanung neu organisiert, um der neuen Bodenpixelgrösse von 25 cm (im Mitteland, Jura und den Alpentälern) und 50 cm (im Hochgebirge) Rechnung zu tragen. 

2006: swisstopo übernimmt die Leitung des Forschungsprogramms Mont Terri

swisstopo übernimmt die Leitung des Forschungsprogramms Mont Terri (bei Saint-Ursanne im Kanton Jura) und ist neuer Betreiber des Felslabors. Das Mont Terri-Projekt ist ein internationales Forschungsprojekt zur hydrogeologischen, geochemischen und geotechnischen Charakterisierung einer Tonformation (Opalinus-Ton).

 

2006: Landesgeologie stösst zu swisstopo

Per 1. Januar 2006 wird die Landesgeologie vom Bundesamt für Wasser und Geologie zum Bundesamt für Landestopografie überführt. Damit wird swisstopo neu auch zum Kompetenzzentrum für Geologie und zur Koordinationsstelle für die geologische Landesuntersuchung und kann nun seine Kundinnen und Kunden auch mit geologischen Daten und Informationen versorgen.

2007: Anpassung des geodätischen Bezugsrahmens an das europäische Bezugssystem

Der geodätische Bezugsrahmen wird an das europäische Bezugssystem angepasst. Die zwischen 1989 und 1995 erfolgte neue Landesvermessung der Schweiz (LV95) löst das Landeskoordinatensystem LV03 aus dem Jahr 1903 ab. Dieser Bezugsrahmenwechsel beinhaltet die Einführung neuer Koordinaten und die Änderung der Bezeichnung für die Koordinatenachsen.

2007: Beginn der Installation und Ausgrabung der Galerie 08 im Felslabor von Mont Terri

Beginn der Installationsarbeiten und Ausgrabung der Galerie 08 im geologischen Felslabor Mont Terri.

2007: SWISSIMAGE wird neu alle 3 Jahre nachgeführt

SWISSIMAGE, das aus Luftbildstreifen erstellte Orthofotomosaik, wird statt wie bisher im 6-Jahresrhythmus alle 3 Jahre nachgeführt.

2008: Bundesgesetz über Geoinformation tritt in Kraft

Das Geoinformationsgesetz (GeoIG) tritt am 1. Juli in Kraft. Es stellt sicher, dass aktuelle Geodaten im gesamten Gebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft den Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der Wirtschaft, der Bevölkerung und der Wissenschaft schnell, einfach und nachhaltig in der gewünschten Qualität und zu angemessenen Kosten zur Verfügung gestellt werden, so dass sie möglichst breit genutzt werden können.

 

2008: Topografisches Landesmodell (TLM) – 3D-Geodatenbank der Schweizer Landschaft

Seit Beginn des Jahres 2008 arbeitet swisstopo am Aufbau und der Nachführung des Topografischen Landschaftsmodells (TLM), einer immensen 3D-Geodatenbank der Schweizer Landschaft. Das Topografische Landschaftsmodell (TLM) ersetzt das Modell VECTOR25, das auf Karten beruhte. Die Verwaltung und die Bearbeitung der Daten im TLM erfolgen mit Hilfe des topografisch-geografischen Informationssystems TOPGIS, in das die digitale Fotogrammetrie vollständig eingebunden ist. 

2009: Verordnung über den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen tritt in Kraft

Die Verordnung über den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREBKV) tritt am 1. Oktober 2009 in Kraft. Ziel ist es, bis 2019 die jeweils wichtigsten Beschränkungen zu einer bestimmten Parzelle in diesem neuen Kataster zusammenzuführen. Dazu dient der ÖREB-Kataster, das neue Informationssystem im Bereich des Grundeigentums.

2010: Geodaten werden dank der Umsetzung des GeoIG für alle zugänglich

Geodaten werden dank der Umsetzung des GeoIG für alle zugänglich. swisstopo wirkt an der Umsetzung des Geoportals des Bundes mit. Der erste Preis «Excellence publique» wird an geo.admin.ch verliehen. Das Portal nutzt zum ersten Mal in der Bundesverwaltung Cloud-Computing.

2010: «Die Schweiz während des letzteiszeitlichen Maximums»

Die Landesgeologie gibt eine neue Geologische Karte in der Reihe GeoKarten 500 heraus: «Die Schweiz während des letzteiszeitlichen Maximums».

2010: Aus dem TLM werden drei neue 3D-Datensätze angeboten

Aus dem Topografischen Landschaftsmodell TLM werden drei neue 3D-Datensätze angeboten: swissBUILDINGS3D (Gebäudevolumenkörper ohne Dachform), SWISSIMAGE FCIR (Falschfarbinfrarot-Orthofotos) und swissBOUNDARIES3D (administrative Einheiten und Grenzen in vektorieller Form), welcher GG25 ersetzt. 

2012: Landeskarten von swisstopo erhalten neue Koordinaten

Die Landeskarten von swisstopo haben neue Koordinaten. Um die neuen Koordinaten besser von den alten unterscheiden zu können, wird den ursprünglich sechsstelligen Koordinaten eine siebte vorangestellt. Für die Nord-Süd-Richtung handelt es sich dabei um eine 1, für die Ost-West-Richtung um eine 2. 

2013: Höhenmodell swissALTI3D deckt das gesamte Gebiet der Schweiz ab

Das hochauflösende digitale Höhenmodell swissALTI3D deckt das gesamte Gebiet der Schweiz ab. Nun sind auch die Regionen oberhalb 2'000 m ü. M. erfasst. MeteoSchweiz hat die Erschaffung dieses Modells massgeblich unterstützt, da mit ihm insbesondere das Klima beobachtet werden kann.

2013: Zeitreise mit 175 Jahren Kartengeschichte ist online verfügbar

Anfang Jahr wird die Zeitreise online geschaltet. In diesem Viewer können knapp 175 Jahre Kartengeschichte der Schweiz zurückverfolgt werden. 

2014: Luftbilder ab den 1920er-Jahren sind online verfügbar

Im April wird der neue LUBIS-Viewer (Luftbild-Informationssystem) online aufgeschaltet. Darauf sind rund 320 000 historische Luftbilder aus der ganzen Schweiz verfügbar. Die ersten Aufnahmen wurden bereits während der 1920er-Jahre gemacht.

2014: swisstopo überarbeitet die Landeskarte der Schweiz 1:25 000

swisstopo überarbeitet und aktualisiert die Landeskarte der Schweiz 1:25 000 und veröffentlicht im Januar die ersten vier Blätter der neuen Kartengeneration. Die digitale Nutzung des Landeskartenwerks wird verbessert, aber auch das Kartenbild wird weiterentwickelt. 

2014: Druck der ersten hydrogeologischen Karten des Tschads

Die ersten hydrogeologischen Karten des Tschad  sind ein gemeinsames Projekt der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und der UNO. Es wurde 2012 lanciert, um die Wasserreserven des Tschads zu kartieren. swisstopo übernahm die Konzipierung und die Produktion der Karten.

 

2014: Swiss Map Mobile ist nun auch als Abo erhältlich

Das Jahresabonnement erlaubt eine unlimitierte Speicherung der Karten auf dem eigenen Mobilgerät, um diese auch ohne Internetverbindung abrufen zu können.

2015: Der Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) wird eingeführt

Die ersten Kantone – die Pilotkantone Bern, Genf, Jura, Neuenburg, Ob- und Nidwalden, Thurgau und Zürich – stellen ihren ÖREB-Kataster online. Die Eidgenössische Vermessungsdirektion bei swisstopo koordiniert die nötigen Arbeiten zur Aufschaltung dieses Katasters, der die Beschränkungen aus verschiedenen Gesetzen, Verordnungen und Reglementen betreffend Bodenrecht zusammenfasst.

 

2015: kostenlose Benutzung von swissNAMES3D

Der Datensatz umfasst über 300 000 geographische Namen und kann kostenlos auf dem Geoportal des Bundes abgerufen oder auch in zahlreichen Applikationen integriert werden.

2015: Geoportal des Bundes setzt auf 3D

Ausgewählte Daten des Geoportals werden auch in einer vereinfachten dreidimensionalen Darstellung (2.5D) angezeigt. Es handelt sich dabei um eine Testversion. Die Resultate sollen helfen, das Datenangebot und die Darstellungsqualität im Hinblick auf die Einführung einer vollständigen Darstellung in 3D weiter zu verbessern.

 

2015: Die AGNES-Stationen sind nun mit Multi-GNSS-Empfängern ausgestattet

Die Stationen des AGNES-Netzes sind neu mit den Systemen GPS (USA), GLONASS (Russland), Galileo (EU) und BeiDou (China) kompatibel. Diese erhöhte Kompatibilität erweitert die Möglichkeiten des Systems und erhöht die Anzahl potentieller Nutzerinnen und Nutzer.

2016: swisstopo veröffentlicht eine Landeskarte im Massstab 1:10 000

Die bekannte Landeskarte von swisstopo gibt es nun auch im bisher unveröffentlichten Massstab 1:10 000 – aber nur digital. Sie ist auch in Bezug auf ihre Ausarbeitung revolutionär, da sie automatisch auf der Basis des topografischen Landschaftsmodells erstellt und jährlich aktualisiert wird.

2016: Das unterirdische Felslabor Mont Terri feiert sein 20-jähriges Bestehen

Das Labor feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Im Felslabor wird erforscht, ob man radioaktive Abfälle in einem Tongestein sicher einlagern kann. Ein zahlreiches Publikum besichtigt die Anlage, in welcher 16 Forschungspartner bisher 130 Langzeitexperimente durchführen konnten.

2016: swisstopo publiziert eine Spezialkarte des Gotthardmassivs

Anlässlich der Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels publiziert swisstopo eine neue Karte mit historischen und geologischen Kartenausschnitten. Sie illustriert und dokumentiert die Entwicklung der Verkehrswege ab dem Zeitalter der Gotthard-Pferdepost bis hin zum längsten Eisenbahntunnel der Welt.

2017: Verbesserung der Auflösung der Orthofotos SWISSIMAGE

Das Orthofotomosaik SWISSIMAGE hat neu eine Bodenauflösung von 10 cm im Flachland (vorher 25 cm) und 25 cm in den Berggebieten (vorher 50 cm). Die Aktualisierung der Orthofotos in diesem neuen Standard geschieht nach und nach bis 2019.

2018: Publikation des flächendeckenden 3D-Datensatzes für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein

Die Schweiz gehört zu den ersten Staaten, die detaillierte 3D-Gebäudemodelle über das ganze Landesgebiet erstellt haben. Nebst dem gesamten Gebäudebestand der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein werden auch Brücken, Luftseilbahnen, Wälder, Einzelbäume und geografische Namen in 3D in einem Kartenviewer dargestellt. Das publizierte 3D-Modell umfasst zirka 70 Millionen Objekte. 

 


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