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Fotogrammetrie und Landeskarten

Ab 1938 erschien mit der «Landeskarte der Schweiz» ein neues Kartenwerk. Es modernisierte und vereinheitlichte die Darstellung der Schweiz im Kartenbild. Doch auch die der Landeskarte zugrundeliegenden Verfahren befanden sich in einem starken Wandel: Fotografische Messbilder und die Schichtgravur auf Glas revolutionierten zwischen 1926 und 1958 die Arbeitsprozesse.

1921–1929         Hans von Steiger
1929–1951         Karl Schneider
1952–1958         Simon Bertschmann

1941–                    Wabern, Seftigenstrasse 264

1911–1952
Landestopographie
Service topographique
Servizio topografico

1953–1968
Abteilung für Landestopographie
Service topographique
Servizio topografico

Die Abbildung zeigt einen Operateur der Eidgenössischen Landestopografie im geparkten Flugzeug. Er übt das Bedienen der Fliegerkamera in Vollmontur.
Fliegerkamera: die verschiedenen Stellungen im Flugzeug, 1930 (© swisstopo Bildsammlung)

Fotogrammetrie

Die 1920er Jahre prägten swisstopo langfristig. Fotografische Verfahren der topografischen Aufnahme setzten sich in dieser Zeit endgültig durch.

1926 führte die Landestopografie die bereits seit Jahren praktizierte terrestrische Aufnahme (vom Boden aus) als offizielle Arbeitsmethode ein. Im selben Jahr stellte das Bundesamt die ersten Piloten ein. Diese erstellten Luftbilder zur fotogrammetrischen Auswertung – bis heute sind «aerofotogrammetrische Aufnahmen» die wichtigste Quelle zur Herstellung von Geodaten.

Landeskarte

Der Bestand an terrestrischen Aufnahmen und Luftbildern war ein Wissensschatz, der zunächst im Dienste der Siegfriedkarte stand. Sie musste stetig aktualisiert (nachgeführt) werden.

Im Jahre 1935 stellte das Parlament jedoch die Weichen für eine neue Epoche der Schweizer Kartografie: Es verabschiedete das Bundesgesetz über die Erstellung neuer Landeskarten. Jenes Landeskartenwerk sollte die Siegfriedkarte ersetzen und in der vollständigen Massstabsreihe von 1:25 000 bis 1:1 000 000 erscheinen.

Die Eidgenössische Landestopografie leistete mit der Arbeit an diesem neuen Kartenwerk einen wichtigen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit der Schweiz in einer bedrohlichen Zeit. Zwischen 1938 und 1963 erschienen die Erstausgaben der Landeskartenblätter zunächst im von der Armee priorisierten Massstab 1:50 000.

Schichtgravur auf Glas

Eng mit dem neuen Kartenwerk verbunden war auch ein technischer Wandel, der insbesondere die Bereiche Kartografie und Reproduktion betraf. 1953 sattelte die Eidgenössische Landestopografie vollständig vom Kupferstich auf die Schichtgravur auf Glas um. Dieses Verfahren gewährleistete schnellere Arbeitsabläufe und eine deutliche Kostenreduktion in der kartografischen Produktion.

1927: Diskussionen um neue Landeskarten

Intensive Diskussionen um neue Landeskarten der Schweiz in der Öffentlichkeit. Professor Eduard Imhof verficht die vollständige Massstabsreihe 1:25'000 bis 1:1 Mio.

1928: Luftfotogrammetrie wird eingeführt

Die Luftfotogrammetrie wird im Mittelland und Jura definitiv eingeführt.

1930: Einsatz von Luftbildern für die Kartenherstellung

Produktiver Einsatz von Luftbildern für die Kartenherstellung.

1931: Ätzverfahren auf Kupfer eingeführt

Definitive Einführung des Ätzverfahrens (Fotogravure) auf Kupfer (z.B. für Reproduktion der Kartenschrift). 

1934: Denkschrift über die Erstellung neuer Landeskarten

Denkschrift zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und des Schweizerischen Alpen-Clubs über die Erstellung neuer Landeskarten, die den Stempel des Professors für Kartografie, Eduard Imhof, trägt. 

1935: Bundesgesetz über die Erstellung neuer Landeskarten verabschiedet

Das Parlament verabschiedet das Bundesgesetz vom 21. Juni 1935 über die Erstellung neuer Landeskarten. Die vollständige Massstabsreihe 1:25'000 bis 1:1 Mio. wird beschlossen, aber auf Grund der politischen Lage zuerst der Massstab 1:50 000 bearbeitet.

1938: Das erste Blatt der Landeskarte 1:50'000 erscheint

Das erste Blatt der Landeskarte 1:50 000 263 Wildstrubel erscheint.

1952: Entwicklung der Schichtgravur auf Glas

Beginn der Entwicklung einer neuen Gravurschicht auf Glas. Das Verfahren wird in den folgenden Jahren weltweit lizenziert. 

1952: Erstes Blatt der Landeskarte 1:25 000 erscheint

Das erste Blatt der Landeskarte 1:25'000 1125 Chasseral erscheint.

1952: Druck der «Siegfriedkarte» wird eingestellt

Der Druck der «Siegfriedkarte» wird eingestellt.

1953: Schichtgravur auf Glas löst Kupferstich ab

Die Schichtgravur auf Glas löst den Kupferstich als Methode für die Originalherstellung ab.

1954: Erstes Blatt der Landeskarte 1:100 000 erscheint

Das erste Blatt der Landeskarte 1:100 000 41 Col du Pillon erscheint.


Bundesamt für Landestopografie swisstopo Seftigenstrasse 264
Postfach
3084 Wabern
Tel.
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