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Pionierleistungen

1838 gegründet, publizierte das «Topographische Bureau» zwischen 1845 und 1865 die Blätter der «Topographischen Karte der Schweiz» (Dufourkarte). Sie war ein Pionierwerk der eidgenössischen amtlichen Kartografie und eine vermessungstechnische Meisterleistung.

1838–1865    Guillaume-Henri Dufour

1838–?          Carouge, Maison Chossat
?–1856          Carouge, Rue du Rhône 88
1856-1865   Carouge, Tranchée de Rive Nr. 1

1838–1865
Eidgenössisches Topographisches Büreau
Bureau topographique fédéral

Die Abbildung zeigt einen Teil des Juras auf Blatt VII der Dufourkarte sowie das französische Ausland. Das Schweizer Territorium hebt sich unter anderem durch das stark hervortretende Relief von den nur schematisch dargestellten französischen Gebieten ab.
Die Schweiz erscheint plastisch im Kartenbild. Blatt VII der Dufourkarte (© swisstopo)

Gründung

Als «Bureau topographique fédéral» im Jahre 1838 in Genf gegründet, gehen die Wurzeln von swisstopo in die Zeit vor der Gründung des Schweizer Bundesstaates (1848) zurück.

Unter der Leitung von General Guillaume Henri Dufour arbeitete das Amt bis 1865 am ersten behördlichen Kartenwerk, das die gesamte Schweiz erfasste. Es trug die offizielle Bezeichnung «Topographische Karte der Schweiz», war aber schon damals besser bekannt als «Dufourkarte».

Das Kartenwerk mit dem Massstab 1:100 000 erforderte bereits vor der Gründung des Bundesstaates eine starke Koordination von Arbeiten auf kantonaler und eidgenössischer Ebene.

Landesvermessung

Die Bemühungen um eine eidgenössisch organisierte Landesvermessung begannen 1809, als Oberstquartiermeister Hans Conrad Finsler in der Nordostschweiz erste Arbeiten tätigte. Erst die stärkere Koordination ab 1838 durch das Topographische Bureau in Genf beschleunigte jedoch das Vorhaben.

In den Folgejahren begann die aufwändige topografische Aufnahme im Alpengebiet; Johannes Eschmann publizierte die Ergebnisse der trigonometrischen Vermessungen der Schweiz. Letztere lieferten die Fixpunkt-Grundlage für die Dufourkarte.

Zwischen 1845 und 1865 erschienen insgesamt 25 Blätter, darunter vier Eckblätter ohne Karteninhalt. Mit der Fertigstellung des Werks übergab Guillaume Henri Dufour die Leitung des Eidgenössischen Topographischen Bureaus an Hermann Siegfried.

Eine Meisterleistung

Die Erstausgabe der «Topographischen Karte der Schweiz» war schwarzweiss und wurde auf Kupferplatten gestochen. Ihre vermessungstechnische, handwerkliche und künstlerische Exzellenz erfuhr im In- und Ausland wiederholt Ehrungen.

Die Dufourkarte überzeugte insbesondere durch ihre nach damaligen Standards hohe Exaktheit sowie durch ihre plastische Felsdarstellung.

 

 

1837: Abschluss der Triangulation erster Ordnung

Abschluss der Triangulation erster Ordnung (Triangulation primordiale) als weitere Grundlage detaillierterer Vermessungen (seit 1825/1832).

1832: Dufour wird Oberstquartiermeister

Guillaume Henri Dufour wird neuer Oberstquartiermeister (bis 1847, «Directeur de la Carte» bis 1865) als Nachfolger von Johann Ludwig Wurstemberger (seit 1831). 

1837: Gründung der Landestopografie

Guillaume Henri Dufour gründet im Haus Chossat am Place du Temple (heute: Rue St-Victor 22) in Carouge (Genf) ein Bureau, den ersten Vorgänger des heutigen Bundesamtes für Landestopografie. 

1838: Eidgenössisches Topographisches Bureau

Das Eidgenössisches Topographisches Bureau nimmt seinen Betrieb in Genf auf (offizielles Gründungsjahr der heutigen swisstopo).

1838: Instruktionen für Aufnahmen im Alpengebiet

Es werden Instruktionen für die Aufnahmen im Alpengebiet in den Massstäben 1:25'000 und 1:50 000 herausgegeben.

1838: Publikation der Carte topographique du Canton de Genève

Publikation der Carte topographique du Canton de Genève unter der Aufsicht Guillaume Henri Dufours. Diese Karte gilt als Vorbild für weitere Arbeiten.

1839: Beginn der topografischen Aufnahmen im Alpengebiet

Beginn der topografischen Aufnahmen im Alpengebiet durch verschiedene Ingenieure (bis 1862). 

1840: Johannes Eschmann publiziert die Ergebnisse der trigonometrischen Vermessungen in der Schweiz

Johannes Eschmann publiziert die Ergebnisse der trigonometrischen Vermessungen in der Schweiz, das grundlegende Dokument für alle weiteren Arbeiten an der geplanten Karte. Daraus lässt sich die Höhe des Fixpunktes Repère Pierre du Niton (R.P.N.) in Genf zu 376,2 m ü. M. ableiten. 

Dieser Wert kann (zu modernen Vergleichszwecken) als damals verwendete Ausgangshöhe für die «Dufourkarte» betrachtet werden. 

 

1841: Beginn des Kupferstiches

Beginn des Kupferstiches für die Topographische Karte 1:100 000. 

1845: Erstes Blatt der Dufourkarte erscheint

Nach einjähriger Verzögerung erfolgt die Publikation des ersten Blattes (Nr. XVII) der Topographischen Karte 1:100 000, genannt «Dufourkarte», gedruckt von Rudolf Foppert in Zürich.

1862: Höhe des Fixpunktes R.P.N. in Genf bestimmt

Die Höhe des Fixpunktes R.P.N. in Genf wird durch französisches Nivellement zu 374,052 m ü. M. bestimmt (Publikation 1864). Dies löst die Messung des so genannten Präzisionsnivellements aus. 

1863: Triangulation eines eigenen Netzes erster Ordnung im Rahmen der mitteleuropäischen Gradmessung

Die Schweizerische Geodätische Kommission beginnt mit der Triangulation eines eigenen Netzes erster Ordnung im Rahmen der mitteleuropäischen Gradmessung (bis 1890).

1863: Der Bundesrat benennt Dufourspitze

Der Bundesrat benennt die bisher auf der «Dufourkarte» eingetragene höchste Spitze als Dufourspitze.

1864: Beschluss, Präzisionsnivellement zu messen

Beschluss, das so genannte Präzisionsnivellement unter der Leitung von Adolphe Hirsch und Emile Plantamour zu messen. Arbeitsbeginn ist 1865 (bis 1883).

1865: Siegfried wird Chef des Eidgenössischen Topographischen Bureaus

Hermann Siegfried wird Chef des Eidgenössischen Topographischen Bureaus (bis 1879) als Nachfolger von Guillaume Henri Dufour (seit 1838).

1865: Letztes Blatt der "Dufourkarte" erscheint

Das letzte Blatt (Nr. XIII) der «Dufourkarte» erscheint. Insgesamt sind 57'952 Exemplare gedruckt worden (seit 1845).


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