Geografische Namen der Schweiz

Der Raumbezug ist eines der wesentlichen Merkmale des Alltags. Er bestimmt unser Leben und Handeln oftmals unbemerkt. Eine verbale Kommunikation im Zusammenhang mit topografischen Objekten im Raum ist ohne deren Benennung kaum vorstellbar. Viel einfacher als mit der Angabe von Koordinaten, lassen sich geografische Einheiten oder Elemente mit Hilfe eines Namens lokalisieren.

The picture shows an aerial image which is overlaid by geographic names in the region of the Bernese Alps.

Was sind geografische Namen?

Unter dem Begriff « Geografische Namen » werden Eigennamen von topografischen Objekten zusammengefasst. Zu den benannten topografischen Objekten gehören unter anderem Siedlungen (Orte und Weiler), Einzelobjekte (Burgen, Schlösser, Klöster und Kirchen), Verkehrsanlagen (Bahnhöfe, Haltestellen, Brücken, Tunnels, Flugplätze), naturräumliche Einheiten und Objekte (Landschaften, Täler, Gletscher, Berge), Gewässer oder administrative Einheiten.

Festlegung und Schreibweise der Namen

Die zuständigen kantonalen Behörden legen in Zusammenarbeit mit den kantonalen Nomenklaturkommissionen und den Gemeinden die Schreibweise ihrer geografischen Namen fest. Die Festlegung von Gemeindenamen bei Fusionen und Namenänderungen, Ortschaftsnamen gemäss amtlichem Verzeichnis sowie Stationsnamen durchlaufen ein behördliches Verfahren, im Rahmen dessen unter anderem die Gebrauchsfähigkeit des vorgeschlagenen Namens festgestellt wird. Das Bundesamt für Landestopografie swisstopo übernimmt in diesem Prozess regelmässig Koordinations- und Beratungsaufgaben. Zur Schreibweise von Gemeinde-, Ortschafts-, Stations- und Strassennamen verfasst swisstopo Empfehlungen.

Besonderheiten bei geografischen Namen

Mehrsprachigkeit

Eine Besonderheit bei geografischen Namen in der Schweiz ist die Mehrsprachigkeit. Für einige topografische Objekte existieren mehrere Namen, die allesamt in das Namengut der Landesvermessung einfliessen. In der Regel handelt es sich dabei um Objektbezeichnungen in verschiedenen Landessprachen. Es gibt aber auch Fälle, in denen mehrere Namen in einer Sprache vorkommen. So besitzt zum Beispiel ein Berg im Kanton Tessin zwei Namen in italienischer Sprache. In der Landeskarte 1:25 000 ist dieser Berg (Koordinaten: 724588 / 128464) sowohl mit Pizzo di Claro wie auch mit Visagno beschriftet.

Namen und Zahlen

Für bestimmte topografische Objekte ist der Objektname untrennbar mit einer Zahlenangabe verbunden. Dies ist hauptsächlich bei Namen von Gipfeln, Pässen oder Hügeln im Kontext mit ihren Höhenangaben der Fall. Die Kote ist als essentieller Bestandteil des Namens aufzufassen. Alleinstehende Höhenangaben ohne Objekteigenname werden dagegen nicht den geografischen Namen zugeordnet.

Flurnamen

Die Flurnamen werden von der Amtlichen Vermessung der Kantone erhoben und gepflegt. Flurnamen bezeichnen kleinräumige Landschaftsteile, die im örtlichen Sprachgebrauch überliefert wurden. Bezogen auf ihre Anzahl liefern Flurnamen das mit Abstand umfangreichste Namengut. Im digitalen Datenbestand der Amtlichen Vermessung finden sich über 300000 Flurnamen. Die Fluren tragen Namen von Wäldern, Weiden, Wiesen, Äckern, wurden von der Besiedlung (Hofnamen) abgeleitet oder zeigen historische Benennungen an. Bei dieser Namensart dominiert die mundartliche Schreibweise gegenüber der Namengebung in « Standardsprachen ».

Der häufigste Flurname in der Deutschschweiz ist der auf einen landwirtschaftlichen Gemeinschaftsbesitz resp. die Bezeichnung für einen ehemaligen solchen Besitz hinweisende Name « Allmend ». Er taucht inklusive seiner 35 verschiedenen sprachlichen und mundartlichen Abkömmlinge sowie Diminutive etwa 460 mal auf.

 


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