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Veröffentlicht am 25. Juli 2025

FIND - Einzelne Bäume in städtischen Gebieten

Automatisierte Bestandesaufnahme von Einzel­bäumen anhand von LIDAR-Daten und Hyperspektralbildern für die Forstwirtschaft. Begünstigte Verwaltungen: Kanton Genf und Kanton Neuenburg.

Kontext

Bäume in Städten sind Verbündete bei der Bewältigung des Klimawandels. Die Bäume haben nicht nur einen hohen ästhetisch Wert, sondern spielen auch eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung einer hohen Lebensqualität: Sie reduzieren die Hitze in der Stadt und begrenzen so die Auswirkungen von Hitzewellen, sie regulieren den Wasserfluss und begrenzen so die Gefahr von Überschwemmungen, sie filtern Schadstoffpartikel aus der Luft, sie speichern CO2, sie dienen vielen Lebewesen als Lebensraum und fördern so die Artenvielfalt.

Der Begriff «isolierter Baum» wird üblicherweise für Bäume in einem städtischen Kontext und nicht bei Wäldern verwendet. Auf verschiedenen Ebenen (kommunal, kantonal, ...) möchten die öffentlichen Verwaltungen ein umfassendes Inventar der isolierten Bäume führen, das für jeden Baum Parameter enthält wie:

  • Geolokalisierung des Stammes und der Spitze
  • die Höhe
  • der Durchmesser des Stammes in 1 m Höhe
  • der Durchmesser der Krone
  • Fläche und Volumen des Kronendachs
  • Vitalität
  • Identifizierung der Gattung oder Art

Dieses Sondierungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit den Kantonen Genf und Neuenburg entwickelt wurde, soll die zuständigen Bereiche bei der halbautomatischen Bestimmung dieser verschiedenen Parameter unterstützen, und zwar auf der Grundlage verschiedener Datentypen (Luftbilder, Punktwolken usw.) und unter Verwendung von Data Science-Methoden.

In Genf beispielsweise hat der Kanton über einen Zeitraum von 20 Jahren die Hälfte des kantonalen Baumbestandes (ca. 250.000 Bäume) inventarisiert. Da die Fortführung einer terrestrischen Erhebungsmethode über viele Jahre hinweg keine zuverlässigen Daten über den gesamten Baumbestand liefern wird, zielt dieses Projekt darauf ab, eine neue Methodik zu finden, die eine zuverlässige und reproduzierbare Bestandsaufnahme des gesamten Baumbestands ermöglicht.

Methodik

Das Testgebiet, welches für dieses Projekt ausgewählt wurde, bestand aus drei Bereichen mit unterschiedlichem Baumkontext: eine Allee mit aufgereihten und gut voneinander getrennten Bäumen, ein Park mit großer Baumvielfalt und heterogener Struktur und ein Mischgebiet mit Baumreihen, aber auch dichter Vegetation.

Es wurden zwei Haupttools evaluiert: die proprietäre Software Terrascan und das Open-Source-Programm Digital Forestery Toolbox.

Ergebnisse

Im Anschluss an unsere Untersuchungen zeigte keines der Tools eine überlegene Leistung. Die Ergebnisse ergaben keine ausreichende Qualität, um automatisiert und in grossem Umfang für die Erstellung eines zuverlässigen Inventars verwendet werden zu können. Das STDL-Team schlug aber Verbesserungsmöglichkeiten für zukünftige Forschungen vor.

Dokumentierte Ressourcen

Alle Arbeiten des STDL werden unter einer offenen Lizenz veröffentlicht und wir ermutigen Sie, diese in Ihren Projekten zu verwenden.

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  • 23. Juli 2025

    Swiss Territorial Data Lab

    Das Swiss Territorial Data Lab (STDL) wurde im Jahr 2020 im Rahmen der Schweizer Geoinformationsstrategie (SGS) ins Leben gerufen und ist Teil des Aktionsfelds Nr. 5 «Innovationsförderung». Das Lab bietet öffentlichen Verwaltungen einen Raum zum Experimentieren, in dem sie neue Ansätze zur Bewältigung ihrer konkreten Herausforderungen testen können. Das STDL fördert die Zusammenarbeit zwischen Fachexperten und technischen Experten, um gemeinsam effiziente und geeignete Lösungen zu entwickeln.

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