Wie Sie ihre Velotour mit Hilfe der Landeskarte meistern
Eine Fahrradtour kann Sport, Erholung und Entspannung gleichzeitig sein. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie eine abwechslungsreiche Tour von Murten hoch zum Mont Vully planen. Die Route führt Sie dem See entlang und via Staatswald «Chablais» durch die Rebberge.
Lassen Sie sich inspirieren, wie Sie Landeskarten nutzen können, damit Ihre Fahrradtour entspannt bleibt und Sie nicht plötzlich vor unerfreulichen Überraschungen stehen.

Eine Velotour organisieren? Mit der Landeskarte spielend einfach
Die Gegend rund um den Murtensee ist sehr sehenswert und lässt sich gut mit dem Velo erkunden, z.B. vom Startpunkt Murten aus mit dem Mont Vully als Ziel.
Um eine solche Tour zu planen gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Einerseits kann man das ganz klassisch mit einer gedruckten Karte tun. Sie ist zuverlässig, bietet einen umfassenden Überblick über Strassen und Landschaft und ist unabhängig von Batterie und Internetverbindung.
Auf der anderen Seite hat man mit dem Kartenviewer map.geo.admin.ch eine umfassende Kartenauswahl. Ausserdem steht eine Fülle an Zusatzinformationen zur Auswahl, man kann Distanzen messen und sich das Höhenprofil anzeigen lassen.
Ähnlich viele Möglichkeiten bietet die swisstopo App fürs Smartphone. Zusätzlich stehen die Karten und Touren auch offline zur Verfügung. Während der Tour liefert der sogenannte «Begleiter» präzise Angaben zu Weg, Höhendifferenzen und Dauer.
Die eleganteste Variante ist die personalisierte Karte mySwissMap. Mit ihr kann man sich eine individuelle Karte zur Tour, perfekt auf die eigenen Wünsche abgestimmt, zusammenstellen und drucken lassen.
Tipp
Wenn Sie ihre Fahrradtour mit einer gedruckten Karte planen, ist der Massstab 1:50 000 oder 1:25 000 ideal.

Die Tour in diesem Beitrag ist glücklicherweise auf einem Kartenblatt ersichtlich
(1:25 000, 1165 Murten).
Würde die Tour den Kartenperimeter verlassen, ist es empfehlenswert eine Karte im Massstab 1:50 000 (242 Avenches) zu verwenden oder eine mySwissMap nach Mass zu gestalten.

Die erste Etappe führt von Murten zum Staatswald Chablais. Viele Wege führen nach Rom und fast so viele auf den Mont Vully. Um die Planung zu erleichtern, nutzen Sie die Strassensignaturen in der Landeskarten. Diese werden in unserem Beitrag «Unterschied zwischen Strassen und Wegen» umfassend erklärt.

1m-Wege sind oft nur für Fussgänger freigegeben und je breiter die Strasse ist, umso mehr Verkehr ist zu erwarten. Daher empfiehlt es sich eine Route zu wählen, welche möglichst viele 2m-Wege und 3m Strassen beinhalten.
Entsprechend den Kriterien haben Sie nun die Strecke von Murten bis zum Staatswald Chablais gewählt.

Um den Wald zu durchqueren stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung. Wer gerne das Wasser in Blicknähe hat, sucht spontan die Strecke am See aus. Hier fallen aber die viele blauen Striche auf.

Die Zeichenerklärung zeigt, dass es sich hierbei um die Signatur für Sumpf handelt. Da weder ein Mountainbike vorhanden ist noch schmutzige Kleidung Teil des Tagesziels ist, wird entschieden, diese Route nicht zu wählen.
Auch der Weg entlang der Bahnlinie erscheint nicht ideal, da die Schienen vom Beginn bis zum Ende des Waldes den Zugang zum Seeufer versperren.
Somit fällt die Wahl auf den 2 Meter breiten Weg in der Mitte, der dank regelmässiger Querverbindungen den Zugang zum Seeufer ermöglicht.

Auf der letzten Etappe lassen sich die Rebberge geniessen. Also liegt es auf der Hand, sich einen Weg durch das Weingebiet zu suchen.
Wissen Sie, wie sie Reben in der Karte erkennen?
In der Landeskarte heben sich Reben mit einer eigenen Signatur ab.

Von Sugiez bis zum Aussichtspunkt auf dem Mont Vully sind 219 Höhenmeter zu überwinden – eine sportliche Herausforderung, bei der Sie jedoch Seitenstechen vermeiden möchten.

Das bedeutet: Der Weg ist zwar länger, dafür ist die Steigung sanfter. So bleibt die Tour sportlich, aber weniger anstrengend.
Zählkurven und Höhenkoten
Höhenlinien zu zählen, ist etwas umständlich und die Fehlerquote ist hoch. Deswegen gibt es die sogenannten «Zählkurven» und die Höhenkoten. Zählkurven und Höhenkoten vereinfachen das Abschätzen oder Berechnen von Höhenunterschieden – im See und im Gelände. Höhenkoten markieren Punkte einer definierten Höhe. Typischerweise sind das Hügel, Berge, Senken oder auch Dorfplätze; Kreuzungen o.ä. Zählkurven hingegen sind nichts anderes als normale Höhenkurven, welche alle 100 m etwas dicker dargestellt sind.

Erfahren Sie mehr über Höhenkurven im Allgemeinen im Beitrag: Höhenlinien: Das Geheimnis der Geländeformen
Die Planung für Ihre Fahrradtour ist nun abgeschlossen. Selbstverständlich können gesperrte Wege oder Baustellen den Plan durchkreuzen. Da Sie sich aber im Vorfeld mit der Strecke auseinandergesetzt haben, fällt es Ihnen mit Sicherheit leicht, eine optimale Umfahrung oder Ausweichroute zu finden.
Kartenlesen ist in!
Kartenlesen ist nicht nur eine nützliche Fähigkeit für alle Outdoor-Begeisterten, sondern auch hilfreich in der Planung. Mit ein bisschen Übung und den richtigen Informationen können Sie Ihre Ausflüge noch besser gestalten und dabei Ihren Freundeskreis mit Sachkenntnis beeindrucken. Zudem gehören unsere berühmten Schweizer Landeskarten zu den detailliertesten und genausten der Welt. Übrigens: es spielt keine Rolle ob Sie die swisstopo-Karte auf dem Smartphone oder als Papierkarte verwenden, denn die Legende ist überall dieselbe.
Sie möchten mehr wissen? Weitere Informationen finden Sie in der Zeichenerklärung (man kann auch sagen «Legende») zu allen Karten von swisstopo: Kartenlesen | swisstopo Online Shop (admin.ch)
Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Seftigenstrasse 264
3084 Wabern
